Willkommenskultur macht Köln vielfältig, offen und bereit zur Ausdauer

Fotos: Tresor Niyonkuru

  • Mehr als 160 Personen nahmen am 6. Mai 2026 an der Engagementbörse Engagier dich! teil.
  • 25 Organisationen und Initiativen warben für neue Ehrenamtliche
  • Bettina Baum, Leiterin des Amt für Integration und Vielfalt der Stadt Köln, würdigt die Engagierten
  • Der Film „Gut zusammen leben“ feierte seine Premiere

„Der Abend hat sich jetzt schon gelohnt!“ strahlt Brunilda, „Wir sind erst eine halbe Stunde hier und haben schon viele Anfragen von Menschen, die eine Patenschaft übernehmen wollen. Einfach klasse!“ Brunilda und ihr Patenprojekt waren eine von 25 Initiativen, Organisationen und Netzwerken, die sich bei der Engagementbörse „Engagier dich!“ am 06.05.2026 im Forum VHS vorgestellt haben.

Bettina Baum, Leiterin des Amt für Integration und Vielfalt der Stadt Köln, würdigte in einem Grußwort die Engagierten: „Ehrenamt in der Geflüchtetenhilfe bedeutet oft auch Zumutung. Eine Zumutung, die aus begrenzten Einflussmöglichkeiten entstehen kann. Denn so sehr man sich bemüht, man versetzt Steine, aber keine Berge, und braucht Ausdauer und einen langen Atem.“ so Bettina Baum. „Umso mehr freue ich mich, dass Kölns Willkommenskultur dennoch oder gerade deshalb so solidarisch und aktiv ist. Die vielen Engagierten machen unsere Stadt zu dem, was sie ist: vielfältig, offen und bereit zur Ausdauer.“

Ein Highlight des Abends war die Premiere des neuen Kurzfilm „Gut zusammen leben“. Er lässt stellvertretend für die vielen engagierten Kölner:innen Angelika, Gabi und Mowafaq, drei seit Jahren engagierte Ehrenamtliche, zu Wort kommen. Sie berichten aus den Anfängen im Jahr 2014: „Es hatte so was Anarchisches. Am Anfang waren alle komplett überfordert und haben gesagt „Macht mal“. Es war toll, dass das so gut funktioniert hat.“ so Gaby. Mowafaq betont, wie gut sein Engagement auf ihn wirkt: „Ich habe angefangen zu helfen und ich habe die Freude der Menschen in ihren Gesichtern gesehen. Das gibt mir ein echt gutes Gefühl… Ich kann wieder schlafen“. Angelika betont, wie solidarisch die Kölner:innen nach wie vor sind: „In Köln ist das Wort Willkommenskultur nicht Vergangenheit. Hier hat Migration und Flucht mit der Frage zu tun: „Wie können Menschen, die hierhin kommen, gut zusammenleben?“

Wie sich Solidarität gestaltet, zeigten die Aussteller auf dem Markt der Möglichkeiten. Vertreten waren lokale Willkommensinitiativen wie Runder Tisch Riehl und A.M.I. Willkommen in Kalk, themenbezogenen Angeboten wie Europolis Köln e.V. und Grenzenlos in Bewegung e.V.; international tätige Organisationen wie Medical Volunteers International; politisch Aktive wie die Seebrücke Köln oder Tandemprojekte wie Start with a friend oder Willkommen im Severinsviertel. Zudem präsentierten der AK 9plus, die Aktion Neue Nachbarn und das Forum für Willkommenskultur, also Strukturen, die die Ehrenamtlichen bei ihrem Engagement unterstützen.

Wer Lust hat, sich auch zu engagieren, findet auf der Seite „Gut zusammen leben“ viele Informationen für den Einstieg: www.koeln-freiwillig.de/gutzusammenleben/

Link zum Film „Gut zusammen leben“: Link

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