Wohnungsnot und Obdachlosigkeit sind zwei eng miteinander verknüpfte Themen. Zahlreiche Vereine und Initiativen in Kölln packen an und engagieren sich, um gegen Wohnungsnot vorzugehen und/oder Obdachlosigkeit zu lindern. Zuletzt erhielten zwei Kölner Gruppen besondere Aufmerksamkeit:
Aktivisten des Kölner „Aktionsbündnis gegen Wohnungsnot und Stadtzerstörung“, über das wir bereits in der Vergangenheit berichteten, besetzten vergangene Woche zeitweise die sogenannten „Russenhäuser“, die als Eigentum der Russischen Föderation schon seit dem Jahr 2000 leer stehen. Mit der Aktion forderte das Bündnis erneut die Umsetzung eines Bebauungsplans, der vor der Bezirksvertretung Lindenthal sowie von dem städtischen Planungsausschuss des Kölner Rates bereits beschlossen, aber von der Stadtverwaltung noch nicht aufgestellt worden ist. Die Aktivisten nahmen Anzeigen wegen Hausfriedensbruch in Kauf, und landeten doch einen Erfolg: Das mediale Echo reichte über lokale Medien (KSTA, Radio Köln) hinaus, sogar der WDR und die Tagesschau.de berichteten über die Besetzung. Nun hofft das Aktionsbündnis, den Druck auf die Verwaltung zu verstärken und den Bebauungsprozess zu beschleunigen. Wie es mit den „Russenhäusern“ und mit der Arbeit des Aktionsbündnisses weitergeht, werden wir weiterverfolgen.
Für Schlagzeilen sorgte auch der Verein „Kölner Straßenwächter e. V.“, die täglich Essen, Trinken und Sachspenden für Obdach- und Wohnungslose in Köln verteilt: Der Verein verkündete vergangene Woche die Aufgabe seiner über die Stadt verteilten Standorte (u. a. Sülz, Rudolfplatz) und den baldigen Umzug in einen neuen und größeren Standort am Holzmarkt. Von dem Umzug ans Rheinufer erhofft sich den Verein, insb. die Essessverteilung logistisch vereinfachen und mehr Menschen erreichen zu können. Zugleich sucht der Verein nach Unterstützern für den Umzug und ist auf weiteres Engagement von Kölnerinnen und Kölnern angewiesen, die Obdachlosen und Bedürftigen effektiv helfen wollen (Interessierte können sich per E-Mail bei info@strassenwaechter-ev.de oder telefonisch unter 0157/57052688 melden). Auch über das Engagement der Kölner Straßenwächter werden wir weiterhin berichten.

