Liebe Engagierte,
von wegen „nichts zu machen“ – ein paar Ehrenamtliche haben es geschafft, dass das Thema „Fantasiepapiere“ auf der Tagesordnung des Leverkusener Stadtrat steht! Und nicht nur das. Mit sehr viel Einsatz bündeln sie den Widerstand von Schüler:innen, Lehrkräften und Unterstützer:innen, die sich gegen die Abschiebung einer Leverkusener Familie mit fünf Kindern wehren. Die Engagierten organisieren Kundgebungen, reden mit der Presse, setzen eine Petition auf, sammeln Spenden, sind Tag und Nacht Ansprechpersonen für die Familie, organiseren ein Kirchenasyl und und und.
Als Forum für Willkommenskultur sind wir sehr beeindruckend von diesem Engagement und seiner enormen Wirkung. Daher verschicken wir in den Ferien einen Sonderrundbrief nur mit diesem Thema.
Es ist ein gutes Zeichen, dass der Einsatz der Engagierten bisher so viel bewirkt hat. Das wollen wir mit euch teilen. Und gerne geben wir weiter, wie auch ihr unterstützen könnt. Denn die Familie Rouf ist nach wie vor von Abschiebung bedroht bzw. betroffen. Und Fantasiepapiere gibt es nicht nur in Leverkusen.
Nutzt die vielen Unterstützungsmöglichkeiten, die unten aufgelistet sind. Ein großes Dankeschön an den AK Politik, der diese Übersicht erstellt hat und an die AG Bleiben, die maßgeblich für alle Aktionen verantwortlich ist.
Herzlichen Grüße
Euer Forum für Willkommenskultur
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WAS IHR TUN KÖNNT
– Kommt zur Mahnwache „Bildung statt Abschiebung!“ am Montag, 02.11.2026, 15:30 Uhr, Rathaus Leverkusen, Friedrich-Ebert-Platz
Zeitgleich berät der Stadtrat Leverkusen in einer Sonderratssitzung zum Fall der Familie Rouf und zur inhumanen Praxis der Ausländerbehörde Leverkusen.
– Unterschreibt die Petitionen für Familie Rouf und leitet sie weiter:
- #Ruhaim soll bleiben! Stoppt die Abschiebung unseres Schülers! (hier erklärt Ruhaim, warum sie 2018 aus Sri Lanka fliehen mussten) (Link)
- „Familie Rouf gehört zusammen: Holt Mohamed und Ramla zurück!“ (Link)
– Spendet für Familie Rouf: Link zur Spendenseite
– Kontaktiert Presse, Politik und Kirche mit der Bitte/Forderung, dass
- der Stadtrat LEV dafür stimmt, der Empfehlung der Härtefallkommission zu folgen.
- der Landtag NRW dafür stimmt, dass die ABH in NRW die umstrittenen „Fantasiepapiere“ nicht mehr ausgeben – und weist auf den Widerspruch hin, dass der Landtag „deutsche Auswanderer zurückholen“ will, aber hier ausgebildete Menschen abschiebt…
– Informiert Euch – die folgenden Seiten werden regelmäßig aktualisiert!
- Mosaik Mülheim e.V.: Unterstützung für Familie Rouf mit Musterbrief „Bleiberecht ermöglichen“
- AG Bleiben: Aktuelles / Dossier „Fantasiepapiere“ statt Duldung / Resolution / Situation Familie Jirjis / Situation Familie Rouf
WAS BISHER PASSIERT IST
Die ABH Leverkusen drang am Freitag, 17.10., um 5:45 Uhr gewaltsam in die Wohnung der Familie Rouf ein. Die 19-jährige Ramla Rouf und ihr Vater werden nach Sri Lanka abgeschoben. Die Mutter und drei weitere Kinder werden nicht abgeschoben, da das vierte Kind, der 15-jährige Ruhaim, auf Klassenfahrt ist. Ruhaim geht direkt von der Klassenfahrt in ein Kirchenasyl in Duisburg. Die Mutter hatte am Montag, 19.10., um 9 Uhr einen Termin in der ABH Leverkusen. Zu ihrer Unterstützung fand eine Demonstration von mind. 200 Leuten statt. Die ABH Leverkusen hat zugesagt, dass sie bis zur Sondersitzung des Stadtrats Leverkusen am Montag, 02.11., keinen weiteren Abschiebeversuch durchführen wird.
Der Fall der Familie Rouf wird nun politisch diskutiert
Im Stadtrat von Leverkusen (am Mo 2.11. um 16 Uhr, Tagesordnung, Livestream), im Petitionsausschuss des Landes NRW, im Integrationsausschuss des Landtags NRW.
Dabei geht es um
– den persönlichen Fall der Familie Rouf, dass sie einen humanitären Aufenthalt nach § 23a AufenthG bekommt (= Empfehlung der Härtefallkommission)
– die umstrittenen „Fantasiepapiere* („Bescheinigungen über den vorübergehenden Aufenthalt ohne amtliches Aufenthaltsdokument“ –> Dossier der AG Bleiben, Stadt LEV), mit denen ein Status „unterhalb der Duldung“ hergestellt wird, der im Aufenthaltsgesetz nicht vorgesehen ist (*[1]
* Ein solches „Fantasiepapier“ hat die Familie Rouf seit November 2025 monatlich bekommen. Als sie damals den Aufenthalt nach §25a (Kinder) und §25b (Erwachsene) beantragen wollten, bekamen sie gesagt, dass sie dazu ihre Pässe abgeben sollten. Als sie dies taten, wurde dies von der ABH Leverkusen jedoch nicht für die aufenthaltsrechtliche Prüfung verwendet, sondern für das Abschiebungsverfahren. An dieser Stelle hätte die ABH einen Entscheidungsspielraum gehabt – was ihren jetzigen Aussagen widerspricht. Denn die ABH entschied – ohne Beachtung der 8-jährigen Integrationsleistungen der Familie – für Abschiebung: Die Familie bekam keine weitere Duldung, sondern eine „Bescheinigung über den vorübergehenden Aufenthalt“ („Fantasiepapier“), mit der die Eltern ihre Arbeit verlor und die nur noch den Weg der Abschiebung offenließ
WIE DIE MEDIEN BERICHTEN
• „Trotz Arbeit und Gymnasium: Ausländerbehörde Leverkusen schiebt Familie gegen jede Empfehlung ab“ (KStA am 16.10.2026, Papierausgabe S. 3 am 17.10.2026)
• „Abschiebung der Familie Rouf: ‚Rechtlich möglich‘ heißt nicht ‚menschlich richtig‘“ (GRÜNE Leverkusen am 16.10.2026)
• „Ich bin fassungslos“ (Jochen Ott, SPD auf Insta am 16.10.2026)
• „Stadt schiebt angehende Azubis ab“ (RP online am 16.10.2026)
• „Abschiebung in Leverkusen: Eine schreiende Ungerechtigkeit“ (Kommentar im KStA 17.10.2026)
• „Abschiebung trotz Integration: Vater und Tochter in Sri Lanka – Mutter und vier Kinder in Leverkusen“ (KStA Leverkusen 17.10.2026)
• Demo am 17.10.2026, Friesenplatz, mit 700 Leuten (Fotos s. Insta): Rede von Marianne Arndt, Rede der Mitschülerin von Ramla
• „Familie Rouf aus Leverkusen kämpft weiter“ (WDR am 19.10.2026)
• „150 Menschen demonstrieren vorm Leverkusener Rathaus“ (KStA am 19.10.2026)
• „Hoffnung für die Leverkusener Familie“ (KStA am 21.10.2026) mit Kommentar „Schreiende Ungerechtigkeit“ (KStA am 16.10.2026)
• „Demos gegen Abschiebung und AfD: Leverkusen zeigt, wofür die Stadt steht“ (Kommentar am 21.10.2026)
• „Leverkusen trennt Familie: Proteste gegen Abschiebung – trotz Härtefall“ (MiGAZIN am 21.10.2026)
• „Jetzt will sich der Stadtrat mit dem Fall Rouf befassen“ (Tagesschau am 22.10.2026) (WDR am 22.10.2026)
• „Dramatische Rettung am Hbf Duisburg“ (WDR am 22.10.2026, 16 Uhr
• „Sohn Ruhaim spricht erstmals über Abschiebung“ (WDR am 24.10.2026)
• „Abschiebung kurz vor dem Abi – Familie getrennt“ – ProAsyl auf Insta am 24.10.2026
• „Abschiebung – Müssen die Falschen wieder gehen?“ (Westpol am 25.10.2026)


