Neue Jugendbeteiligung in der Bezirksvertretung Chorweiler

An den Sitzungen der Bezirksvertretung Chorweiler nimmt im Schuljahr 2026/27 ein Jugendvertreter teil. Die erste offizielle Sitzung für ihn ist am 5. November. Der Antrag von CDU und FDP zur Einrichtung einer Jugendvertretung in Chorweiler wurde im Frühjahr in der Bezirksvertretung einstimmig angenommen, die AfD enthielt sich.

Vorbild für Chorweiler ist das Pilotprojekt in der Innenstadt, das im letzten Jahr stattfand und als erfolgreich bewertet wird. Ein wesentlicher Unterschied fällt jedoch sofort auf: In der Innenstadt haben zwei Jugendliche an den Sitzungen teilgenommen, in Chorweiler wird es nur einer sein. Der Grund dafür ist ein geringeres Budget. Pro Sitzung erhält der Jugendvertreter, genau wie die Seniorenvertretung, eine Aufwandsentschädigung von 65 Euro.

Die Auswahl des Jugendvertreters erfolgte durch die Bezirksschüler:innenvertretung (BSV) nach den Bedingungen der Bezirksvertretung: Die Person soll ihren Wohnsitz in Chorweiler haben oder eine Schule im Stadtbezirk besuchen und zwischen 16 und 27 Jahre alt sein. Aus Sicht des Kinder- und Jugendforums Chorweiler (KJF) ist dieses Auswahlverfahren nicht optimal, weil ein Großteil der Jugendlichen im Bezirk so kein Mitspracherecht hatte. Das KJF übernimmt die pädagogische Begleitung und legt viel Wert darauf, Jugendlichen aus allen Schulen und Stadtteilen des Bezirks die Teilhabe an der Jugendvertretung zu ermöglichen. Deswegen werden die Treffen zur Vor- und Nachbereitung der Sitzungen offen für alle interessierten Jugendlichen sein. Sie sollen so die Möglichkeit bekommen, eigene Themen in der Bezirksvertretung einzubringen. Der Jugendvertreter wird dort Rede- und Antragsrecht haben.

Paul Wirriger vom KJF möchte den Jugendlichen durch die Teilhabe ein anderes Image von Politik vermitteln. Für viele sei „Demokratie“ nur noch ein Schlagwort und Politik etwas, das über ihre Köpfe hinweg entschieden wird. Die Jugendvertretung in Chorweiler solle ihnen zeigen, dass wirksame Veränderungen umgesetzt werden können. Wichtig ist Paul Wirriger auch, dass die Jugendlichen einen intensiven Einblick in die Arbeit der Bezirksvertretung und der einzelnen Parteien bekommen. Das sei angesichts der verhältnismäßig niedrigen Wahlbeteiligung und der hohen Stimmenanteile für die AfD, die in Chorweiler bereits durch destruktives Verhalten aufgefallen ist, in diesem Bezirk besonders wichtig.

Bei der Wahl im letzten Jahr hat die AfD in der Bezirksvertretung Chorweiler vier von 19 Sitzen erhalten. Die Fraktion nutzte ihren Anteil von über einem Fünftel, um für jeden einzelnen Beschluss eine geheime Wahl zu beantragen, was die Sitzungszeit stark verlängerte und effektive Entscheidungsfindungen verhinderte. Nach einer deswegen abgebrochenen Sitzung am 12. März dieses Jahres änderte der Kölner Stadtrat daher die Geschäftsordnung. Nun ist ein Viertel der Stimmen notwendig, um eine geheime Wahl zu beantragen.

Links:

Zum Beschluss zur Einrichtung einer Jugendvertretung in Chorweiler: https://buergerinfo.stadt-koeln.de/si0057.asp?__ksinr=34837

Zum Kinder- und Jugendforum Chorweiler: https://www.kjf-chorweiler.de/

Zum Artikel über die AfD in der BV Chorweiler: https://www.ksta.de/koeln/chorweiler/als-reaktion-auf-afd-verhalten-koelner-stadtrat-plant-wichtige-aenderung-der-geschaeftsordnung-1246420

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