Im Folgenden sind Literaturempfehlungen zu den Themenfeldern „Methodik der Bürgerbeteiligung und Zivilgesellschaft“ und „Demokratie, Gesellschaft & Populismus“ sowie einschlägige, in der Presse erschienene Beiträge, Interviews etc. zu „Demokratie und Populismus“ aufgelistet.
Publikationen zu „Bürgerbeteiligung und Zivilgesellschaft“
- Ortwin Renn (2026): Demokratie neu gestalten. Wege in eine bürgernahe Zukunft
Was braucht es für eine lebendige Demokratie? In einer Zeit wachsender politischer Spannungen und geopolitischer Krisen sind neue Formen der demokratischen Beteiligung gefragt. Das vorliegende Buch zeigt Wege auf, wie deliberative Prozesse – also die Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern in die politische Willensbildung – die Demokratie beleben, politische Entscheidungen verbessern und die vielfältigen Krisen unserer Zeit konstruktiv adressieren können. Mit dieser Publikation leistet der Autor einen theoretisch fundierten und praktisch überzeugenden Beitrag zur Diskussion über die Zukunft der Demokratie. LINK zur Publikation.
- Sebastian Schiller/ Christina Schneydin (2026): Kinderrechte-Index 2025 des DKHW: Das Recht auf Beteiligung.
Mit dem »Kinderrechte-Index« überprüft das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. in vergleichender Weise, wie die in der UN-Kinderrechtskonvention festgelegten Kinderrechte in den deutschen Bundesländern tatsächlich umgesetzt werden. Durch eine fundierte Bestandsaufnahme werden seit 2019 Umsetzungsunterschiede aufgezeigt, bestehende Lücken sichtbar gemacht und konkrete Handlungsbedarfe herausgestellt. Insgesamt besteht der Kinderrechte-Index aus sechs Teilindizes; der zweite Bericht von 2025 setzt sich in einem ausführlichen Analysepapier mit dem »Recht auf Beteiligung« als wichtiger Grundlage einer gelingenden Engagement- und Beteiligungspraxis auseinander. Sebastian Schiller und Christina Shneydin erläutern in ihrem Beitrag für den Wegweiser Bürgerbeteiligung das Vorgehen zur Bildung des Teilindexes, stellen die zentralen Ergebnisse vor und diskutieren den Erkenntnisstand zum Zusammenhang von strukturellen Maßnahmen und gelingender Praxis. LINK zur Publikation.
- Oliviero Angeli (2026): Affektive Polarisierung verringern. Was wir über Strategien der Depolarisierung wissen – und wo ihre Grenzen liegen
Affektive Polarisierung, die Übersetzung politischer Differenzen in emotionale Gegnerschaft, beeinflusst heute alltägliches Handeln und kann Vertrauen in demokratische Institutionen, Kompromiss- und Kooperationsbereitschaft schwächen. Die Ansätze zur Überwindung gesellschaftlicher Spaltung sind indes zahlreich und reichen von Bürgerräten über Wahlrechtsreformen bis hin zu vielfältigen Dialog- und Begegnungsprojekten. Doch welche Maßnahmen wirken wirklich? Das MIDEM-Policy Paper »Affektive Polarisierung verringern. Strategien, Befunde und Grenzen« bietet einen fundierten Überblick über die internationale Forschung zu Depolarisierungsstrategien. Oliviero Angeli stellt in seinem Beitrag für den Wegweiser Bürgerbeteiligung vier Strategietypen vor und diskutiert ihre Potenziale – auch vor dem Hintergrund ihres zentralen Schwachpunkts: der fehlenden Nachhaltigkeit. LINK zur Publikation.
- Franziska Mey (2026): Beteiligung schafft Mehr! Zur Wirkung von Beteiligung in der Energiewende
Was kann Beteiligung für den gesellschaftlichen Rückhalt der Energiewende leisten? Und wie kann eine notwendige Beschleunigung der Energiewende mit demokratischer Teilhabe und lokaler Einbindung verbunden werden? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, hat eine Studie u.a. des Forschungsinstituts für Nachhaltigkeit (RIFS) am GFZ die Beteiligungsformate in rund 200 Wind-, Freiflächensolar- und Übertragungsnetzausbauprojekten in ganz Deutschland ausgewertet. Es wird deutlich, dass weniger die bloße Durchführung einzelner Formate, sondern deren Kombination, Qualität, Intensität und lokale Einbettung Garanten für tragfähige und effiziente Transformationsprozesse sind. Franziska Mey erläutert in ihrem Beitrag für den Wegweiser Bürgerbeteiligung den hiermit verbundenen konzeptionell-analytischen Ansatz des »Beteiligungshandabdrucks« und stellt die wichtigsten Erkenntnisse der Studie vor. LINK zur Publikation
- Bianca Schröder (2026): Mehr als ein Kommunikationstool: Wie digitale Beteiligung die Energiewende voranbringen kann
Für das Gelingen der Energiewende ist eine aktive Mitwirkung von Bürgerinnen und Bürgern, Stakeholdern und Kommunen unverzichtbar. Digitale Beteiligungsplattformen versprechen einen breiteren Zugang zu Planungsprozessen. In einer neuen Studie des Forschungsinstituts für Nachhaltigkeit (RIFS) fordern die beteiligten Wissenschaftler allerdings einen grundlegenden Wandel in der Umsetzung der digitalen Partizipation: Statt als Sammelsurium einzelner Kommunikationstools sollte diese als ganzheitliche Beteiligungsinfrastruktur für den gesamten Planungsprozess verstanden werden. Die Studie verbindet eine umfassende Auswertung der aktuellen Forschungslage mit den Ergebnissen des dreijährigen Forschungsprojekts »Partizipative Energiewende-Visualisierung und Kommunikation« (ENVIKO), an dem mehr als 800 Teilnehmende aus Kommunen, Energieverbänden, zivilgesellschaftlichen Gruppen, Unternehmen und Forschungseinrichtungen beteiligt waren. LINK zur Publikation
Breit rezipierte und empfehlenswerte Literatur zu Demokratie, Gesellschaft & Populismus:
- Marcel Lewandowsky/ Anna-Lisa Neuenfeld (2025): Parteien im Stresstest. Empirische Befunde und strategische Überlegungen zum Umgang der Parteien mit dem Rechtspopulismus, LINK
- Arlie Russell Hochschild (2026): Geraubter Stolz. Verlust, Scham und der Aufstieg der Rechten, LINK
- Arne Semsrott: Gegenmacht (2026): Die Zivilgesellschaft schlägt zurück. Eine Anleitung für die demokratische Offensive, LINK
- Jörg Barberowski (2026): Am Volk vorbei. Zur Krise der liberalen Demokratie, LINK
- Claudine Nierth (2025): Wo wir sind, ist unten, LINK
- Katharina Meiser (2026): Schule macht Demokratie. Impulse für eine neue Bildungskultur zwischen Autonomie, Leistung und Verantwortung, LINK
- Ryyan Alshebi (2026): Flucht nach vorn. Ein syrischer Bürgermeister in Schwaben zeigt, wie gute Politik gehen kann | Ein Plädoyer für eine mutige Demokratie, LINK
- Joachim A. Lang / Thomas Weber (2026): Nach der Nacht. Holocaustüberlebende über die Zukunft der Demokratie, LINK
Wer es kürzer mag: Einschlägige Interviews, Kolumnen und Beiträge von Soziologen, Politologen, Historikern in der Presse:
Krisen, Kriege, Extremismus: Engagement für Demokratie wird wichtiger
AfD und linke Parteien: Die Sprache, die die Linke nicht spricht | DIE ZEIT
Extremismus: »Sie empfinden sich als bedeutungslos« | DIE ZEIT
Wer wählt wirklich die AfD?: „Nur knapp 20 Prozent sind radikal-rechte Autoritäre“
Soziologe Klaus Dörre erklärt, warum die AfD bei Arbeitern stärkste Partei ist – Kultur – SZ.de
Bundestagswahl: Soziologe Quent: AfD macht sich selbst größer als sie ist | DIE ZEIT
Historiker Jörg Baberowski über Populismus und liberale Demokratie – DER SPIEGEL
Ilko-Sascha Kowalczuk im Interview: „Rassismus ist die DNA der AfD“ – Gesellschaft – SZ.de
Podcast »Alles gesagt?«: Katja Hoyer, wie zerbricht eine Demokratie? | DIE ZEIT
Nur eine Frage: Wiederholt sich Geschichte, Ute Frevert? | DIE ZEIT


