Eine Gruppe aktiver Frauen* in Köln, die sich durch einen Aufruf des Töchterkollektivs zusammengefunden hat, organisiert nun innerhalb kürzester Zeit eine kraftvolle Kundgebung am 9. März von 15.00 bis 17.00 Uhr auf dem Heumarkt. Sie mobilisieren außerdem Organisationen und FLINTA, sich an diesem Tag frei zu nehmen und eine kreative Aktion am Vormittag zu veranstalten sowie sich ab 13.00 Uhr auf dem Heumarkt zu versammeln.
Am 9. März stehen wir still, weil zu viele von uns seit Generationen funktionieren mussten. Weil Sorge, Stärke und Belastung zu oft als selbstverständlich gelten. Weil es immer noch Körper gibt, die weniger wert sind. Stimmen, die weniger gehört werden.
(Zitatpost auf Instagram des töchterkollektivs)
Der Frauen*streik am 9. März 2026 ist ein politischer Aktionstag. Er macht unbezahlte, schlecht bezahlte und unsichtbare Arbeit sichtbar und fordert gesellschaftliche und politische Veränderungen. Es handelt sich dabei nicht um einen tarifrechtlichen Streik, sondern um eine politische Form des Protests. Er richtet sich nicht nur an Frauen*, sondern an alle Menschen, die von Ungleichheit betroffen sind oder den Protest solidarisch unterstützen möchten.Susanne Meinel ist die Koordinatorin der Freiwillige
Das Programm der Kundgebung von 15.00 bis 17.00 Uhr wird vielfältig und bunt!Zugesagt als Redner*innen und Musiker*innen haben bisher: Julia Pedersen (Gleichstellungsbeauftragte Stadt Köln), Dr. Mertcan Usluer (Arzt, Journalist, Content Creator), Anke Neckar (Autorin und Content Creatorin), Rosa Bianco (Initiatorin „Kein Veedel für Rassismus“), Gesine Qualitz (Frauenberatungszentrum Köln), Stereo Naked/Lightning Jules (Musik), Conny (Musiker)
Die Bewegung ist parteiunabhängig, steht jedoch im Austausch mit zivilgesellschaftlichen Akteur*innen, Gewerkschaften und Initiativen. Zentrale Forderungen sind Gleichstellung, Schutz vor Gewalt, die Anerkennung von Care-Arbeit, soziale Absicherung sowie politische Teilhabe für alle Personen unabhängig von ihrer Bildung, ihrem Geschlecht, ihrer Herkunft oder Identität. Intersektionalität bezeichnet dabei die Berücksichtigung struktureller Mehrfachdiskriminierungen, insbesondere von Frauen und Geschlechtern, die aufgrund von u.a. Geschlecht, rassistischer Zuschreibung, Behinderung, sozialer Lage oder Migrationserfahrung strukturell benachteiligt werden.
Ein besonderer Fokus liegt auf dem Zusammenhang zwischen ökonomischer Abhängigkeit und Gewalt: Die Istanbul-Konvention verpflichtet Deutschland zum Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt. Gleichzeitig sind Schutzräume vielerorts überlastet, Präventionsangebote unterfinanziert und Betroffene häufig auf sich gestellt. Ökonomische Abhängigkeit zählt zu den zentralen Risikofaktoren für Gewalt. Lohnpolitik, Sozialpolitik und Gewaltschutz sind daher eng miteinander verknüpft. Der Frauen*streik macht diese Zusammenhänge sichtbar und fordert, dass politische Verpflichtungen in konkrete und verbindliche Maßnahmen umgesetzt werden. Kontakt: frauenstreik2026_koeln@posteo.de


