Wer beim sozialen Engagement kürzt, spart an Kölns Zusammenhalt! (Pressemitteilung)

Pressemitteilung zum Haushaltsentwurf 2027/2028 der Stadt Köln vom 02.09.2026

Mit großer Sorge blickt die Kölner Freiwilligen Agentur e.V. auf den Haushaltsentwurf der Stadt Köln für die Jahre 2027/2028. Uns ist bewusst, unter welchem enormen finanziellen Druck die Stadt Köln steht und wie schwierig es ist, unter diesen Bedingungen einen tragfähigen Haushalt aufzustellen. Umso wichtiger ist es aus unserer Sicht, sehr genau hinzusehen, wo gekürzt wird – und welche langfristigen Folgen diese Einsparungen für die Stadtgesellschaft haben.

Besonders betroffen sind  erfolgreiche Projekte der Kölner Freiwilligen Agentur, die  Rahmenbedingungen für ein erfüllendes bürgerschaftliches Engagement bieten: LeseWelten, das Kita-Vorleseprojekt der Kölner Freiwilligen Agentur, sowie die im Rahmen der Mindeststandards geförderte Geflüchtetenarbeit – wie z.B. das Forum für Willkommenskultur. Diese Projekte ermöglichen Bildung, Begegnung, Unterstützung, Vernetzung und bürgerschaftliches Engagement und sind über viele Jahre fest in der Kölner Stadtgesellschaft verankert – Aber im Haushaltsentwurf 2027/28 nicht enthalten. Sogar die seit Jahren nicht erhöhte institutionelle Förderung wurde anstatt sie an Inflation und Tarifsteigerungen anzupassen, deutlich gekürzt. Unser Kernstück, die Ehrenamtsvermittlung und Beratung von interessierten Kölner:innen muss demnach deutlich zurückgeschraubt werden. Stand jetzt belaufen sich die kommunalen Kürzungen in der Kölner Freiwilligen Agentur auf ein Minus von 45%!

Karolin Hüner, Geschäftsführerin der Kölner Freiwilligen Agentur: „Wir schätzen die langjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und der Politik sehr. In unserer Arbeit begegnen wir durchgehend Kölnerinnen und Kölnern, die sich engagieren und anderen Menschen Zeit und Unterstützung anbieten möchten. Sie haben Freude daran, sich zu vernetzen. Für diese große Zielgruppe bieten wir wichtige Strukturen, damit das Ehrenamt reibungsfrei ablaufen kann – oder man Hilfestellung bekommt, wenn man sie braucht.  Gerade deshalb appellieren wir an Politik und Verwaltung, die vorhandenen, lang aufgebauten Strukturen zu stärken, anstatt sie zu zerstören.

Mit vergleichsweise geringen öffentlichen Mitteln ermöglichen unsere Projekte ein Vielfaches an bürgerschaftlichem Engagement. Die Hebelwirkung lässt sich an einem konkreten Beispiel ganz einfach darstellen: Laut einer von der Uni Köln durchgeführten Wertbeitragsstudie unseres LeseWelten Projektes verzehnfacht sich jeder investierte Euro. Die kommunale Teilförderung des Projektes betrug 2026: 50.000 €, das wären somit 500.000 € gesellschaftlicher Mehrwert!  Zudem sind die kommunalen Mittel in der KFA immer nur ein Teil der Projektfinanzierung, es werden immer noch Zweit- und Drittmittel eingeworben und nach Köln geholt.“

Die Kölner Freiwilligen Agentur arbeitet seit vielen Jahren eng und vertrauensvoll mit der Stadt Köln zusammen. Als erfahrener und verlässlicher Kooperationspartner haben wir gemeinsam mit der Stadt und zahlreichen weiteren Akteur:innen tragfähige Engagementstrukturen aufgebaut, Ehrenamtliche qualifiziert und begleitet, Netzwerke geschaffen und immer wieder auf neue gesellschaftliche Bedarfe reagiert. Wenn diese Strukturen wegbrechen, verliert die Stadtgesellschaft nicht nur einzelne Angebote, sondern gewachsene Netzwerke, Wissen, Vertrauen und Orte der Begegnung. Sind diese einmal zerstört, lassen sie sich später nicht einfach wieder aufbauen.

Ein vorhandener Bedarf verschwindet durch eine Kürzung nicht einfach.

Kinder brauchen weiterhin Sprach- und Leseförderung. Ehrenamtliche brauchen Begleitung und Vernetzung, damit ihr Engagement dauerhaft wirken kann. Gerade in einer Zeit zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung sind solche Strukturen besonders wertvoll. Projekte wie LeseWelten oder das Forum für Willkommenskultur schaffen Begegnung, Wissensvermittlung, fördern gegenseitiges Verständnis und ermöglichen Menschen, ihre Stadt aktiv mitzugestalten. Sie sind damit demokratiefördernde Infrastruktur.

Wir appellieren deshalb an die demokratischen Parteien im Rat der Stadt Köln, die vorgesehenen Kürzungen im weiteren Haushaltsverfahren noch einmal sehr genau zu prüfen und bewährte Strukturen des bürgerschaftlichen Engagements zu erhalten!

Köln braucht einen tragfähigen Haushalt. Aber Köln braucht ebenso eine starke Zivilgesellschaft und verlässliche Strukturen, die Menschen zusammenbringen und Engagement ermöglichen.

Für Rückfragen oder weitere Informationen steht Ihnen zur Verfügung:

Karolin Hüner, Geschäftsführerin der Kölner Freiwilligen Agentur e.V.

Kölner Freiwilligen Agentur e.V. 
Clemensstr. 7, 50676 Köln 
T: +49-176 23399611
karolin.huener@koeln-freiwillig.de

www.koeln-freiwillig.de

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