
Newsletter „Eimischen“
Ausgabe 2/2026 | 30. Juni 2026
Inhalt
Förderung
politischer Partizipation
Debattieren
für Alle – Wie läuft’s?
Öffentlichkeitsbeteiligung
aktuell
Kölner
Beteiligungsportal jetzt mit Benachrichtigungsservice
Online-Beteiligung
und Bürgerwerkstatt zum Stadtgrün im Stadtbezirk Lindenthal
Modellprojekt
„Lebenswertes Winzerveedel – Gut unterwegs, gerne da!“
GRÜNGÜRTEL
Parkstadt Süd – Neue Beteiligungsphase gestartet
Kölner
Infrastruktur für Öffentlichkeitsbeteiligung
Beratungsgremium
Öffentlichkeitsbeteiligung neu konstituiert
Kölner
Akteure für Engagement und Beteiligung
Die
neue „Interessengemeinschaft Lebenswerter Gürtel“
Öffentlichkeitsbeteiligung
als Instrument der Bodenspekulation?
Hinweise
– Tipps – Veranstaltungen – Literatur und anderes mehr zum Thema
„Partizipation“
(Erfolgreiche)
Ankunftsquartiere als Teilhabemaschinen
Literaturempfehlungen:
Bürgerbeteiligung und Demokratie
„INSIDE
KÖLN“ – Neue Podcastfolge zu Öffentlichkeitsbeteiligung
Gemeinsam
für das Gemeinwohl in der Kommune – Beispiel Leipzig
Termine:
Offene Dialogformate in Köln im Juli und August
Termine:
Fachveranstaltungen zu Bürgerbeteiligung und Partizipation
Liebe
Beteiligungsinteressierte,
das Beratungsgremium
Öffentlichkeitsbeteiligung hat sich konstituiert. Wir stellen das Gremium
und seine Mitglieder vor.
Weiter informieren wir
über Beteiligungsverfahren ("Winzerveedel",
"Grüngürtel Parkstadt Süd", "Stadtgrün Lindenthal") und
diskutieren in der Rubrik "Forum" mit der Initiative #BodenwendeKöln
die Problematik investorengetriebener Beteiligungsverfahren.
In der Rubrik
"Akteure" stellen wir wieder Kölner Initiativen vor. Und
schließlich gibt es wieder zahlreiche Literatur- und Veranstaltungstipps
rund um die Themen "Demokratie und Partizipation".
Nicht zuletzt möchten
wir auf unseren Beitrag in eigener Sache zur Förderung politischer Teilhabe
hinweisen: Wir laden Sie ein, sich mit einer Spende für unsere Aktivitäten sich
selbst politische zu beteiligen.
Wir wünschen Ihnen
Freude und Inspiration bei der Lektüre. Und: Wir freuen uns auf Ihre Beiträge,
die wir auf unserer Website und im nächsten Newsletter (Ende September)
veröffentlichen können.
Ihr Redaktionsteam
"Einmischen"
In dieser Rubrik
informieren wir über Aktivitäten und Maßnahmen des Bereichs "Politische
Partizipation" der Kölner Freiwilligen Agentur.
Debattieren können
stellt eine Grundfertigkeit für die aktive Teilnahme an demokratischen
Prozessen dar. Deshalb ist uns im Bereich Politische Partizipation der
Kölner Freiwilligen Agentur die Förderung der Debattenkultur an Kölner
Schulen eine Herzensangelegenheit. Unter dem Titel Debattieren für alle!
bietet die Kölner Freiwilligen Agentur Kölner Schulen an, in ihren Ganztagen
Debattier-AGs einzurichten, angeleitet und betreut von Ehrenamtlerinnen und
Ehrenamtlern, die wir als Kölner Freiwilligen Agentur / Bereich Politische
Partizipation vermitteln. Mit unserem Angebot möchten wir insbesondere
Haupt-, Real- und Gesamtschulen ermöglichen und ermutigen, Debattier-AGs
anzubieten.
Seit diesem
Schulhalbjahr laufen die ersten Debattier-AGs an Kölner Schulen, die von den
Ehrenamtler:innen unseres Projekts in´s Leben gerufen
wurden: Fünftklässler:innen an der neu gegründeten
Gesamtschule Kalk und Schüler:innen der 7. Klassen an
der Katharina-Henoth-Gesamtschule in Höhenberg debattieren seitdem einmal in
der Woche zu Themen wie: „Sollte jeder Schultag mit Sportunterricht beginnen?“
„Sollten Kinder und Jugendliche wählen dürfen?“ „Sollten Kinder im Haushalt helfen
müssen?“. Nach einer kurzen Aufwärm- und Kennenlernphase mit fragenbasierten
Bewegungsspielen waren wir überrascht, wie ausgeprägt das Interesse der 11 bis
14-jährigen am regelbasierten Debattieren ist.
Aufgrund des mehrfach
geäußerten Wunsches einiger Schulen, ihren Schüler:innen halb- bis mehrtägige Workshopformate
(z.B. für Demokratietage oder Projektwochen) anzubieten, erarbeiten wir derzeit
zusätzlich einen „Baukasten“ aus Spielen, Übungen und (Debatten)fragen, aus
denen je nach Bedarf ein maßgeschneidertes Angebot zusammengestellt werden
kann.
Debattieren für Alle!
entpuppt sich im Tun als ein Projekt, bei dem wir Ehrenamtler:innen
und Organisator:innen
genauso viel lernen wie die Kinder und Jugendlichen an den Schulen. Es ist ein
dauerndes Nachdenken über die Grundlagen eines regelbasierten und zugleich
lebendigen Miteinanders. Das ist anstrengend, macht aber auch sehr viel Spaß
und lässt uns die Welt teilweise mit neuen Augen sehen.
Wenn Sie Interesse haben, eine Debattier-AG anzuleiten oder an Ihrer Schule
eine solche einrichten möchten, nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf: boris.sieverts@koeln-freiwillig.de
Tel. 0221-888278-16
Debattieren für Alle!
wird unterstützt durch das Förderprogramm „Hier mit Herz“ der Sparkasse
KölnBonn.
In dieser Rubrik
informieren über aktuelle, zurückliegende oder auch geplante
Beteiligungsverfahren der Stadt Köln wie auch anderer Akteure.
Informationen zu allen aktuellen Beteiligungsverfahren der Stadt Köln sowie
zu allen abgeschlossenen Verfahren sind auf dem Kölner
Beteiligungsportal zu
finden.
Das Beteiligungsportal
der Stadt Köln „meinungfuer.koeln“ bietet ab sofort eine
Abo-Funktion. Hiermit können Interessierte Infos zu bestimmten Inhalten bzw.
Beteiligungsverfahren in einem oder mehreren der Kölner Stadtbezirke erhalten.
Dieser Service ist das Ergebnis einer Online-Beteiligung, mit der erkundet
wurde, was Interessierten bei einer Benachrichtigungsfunktion am wichtigsten
ist.
Alle Infos zur
Abo-Funktion sind hier zu finden: meinungfuer.koeln/abo-funktion
Seit dem 22. Juni gibt
es eine Online-Beteiligung zum Erhalt bestehender Grünflächen
und zur Identifizierung möglicher neuer Grünflächen im Stadtbezirk Lindenthal. Auf der interaktiven Online-Karte können bis
zum 5. Juli 2026 Ideen zu konkreten Orten eintragen werden. Dabei stehen
verschiedene Kategorien zur Auswahl: „Mehr Grün“, „Mehr Vielfalt“, „Weniger
Konflikt“, „Punktuelle Maßnahmen“.
Ergänzend ist für den 4.
Juli 2026 eine Bürgerwerkstatt in der Kunsthalle Lindenthal (Aachener Str. 220, 50931 Köln) geplant.
Hintergrund:
„Programm Stadtgrün“
Seit Frühjahr 2021
wird auf Beschluss des Stadtrates der Masterplan Stadtgrün entwickelt. In der
ersten Bearbeitungsphase – „Grüne Infrastruktur Köln“ – wurden alle
Bestandteile der Grünen Infrastruktur Kölns erfasst, gesichert und qualifiziert
=> Weitere Informationen zum Masterplan Stadtgrün
In der zweiten Phase –
„Programm Stadtgrün“ – werden auf Ebene der Stadtbezirke unter anderem
Potenzialflächen für Grün und Möglichkeiten zur Entsiegelung gesammelt. Ziel
des Programms ist die gerechte Verteilung und die nachhaltige Nutzung der
Grünflächen innerhalb des Stadtgebiets.
Dazu können die Bewohnerinnen und Bewohner konkrete Verbesserungsvorschläge im
Hinblick auf die Grün- und Freiflächen ihres Stadtbezirkes machen und dazu
beitragen, dass die Stadt Köln den konkreten Handlungsbedarf erkennt.
Öffentlichkeitsbeteiligung
bis Mitte August 2026
Wie lässt sich ein
ruhiges und grünes Viertel gestalten? Und wie kann die Mobilität vor der
eigenen Haustür zukunftsfähig ermöglicht werden? Diese Fragen stehen im
Mittelpunkt des Modellprojekts „Lebenswertes Winzerveedel
– Gut unterwegs, gerne da!“. Die Stadt Köln beginnt nun für dieses Projekt mit
der Öffentlichkeitsbeteiligung vor Ort. Mithilfe der ansässigen Menschen und
weiteren lokalen Akteur*innen möchte sie ein innovatives Mobilitätskonzept für
das Viertel entwickeln. Auch möchte sie Erkenntnisse für weitere Projekte
gewinnen. Das Winzerveedel wird durch die folgenden
Straßen umschlossen: die Eifelstraße, die Pfälzer Straße, den Salierring, die
Luxemburger Straße und die Moselstraße.
Von der
Bürgereingabe zum Modellprojekt
Den Impuls zu einem
verkehrsberuhigten und begrünten Winzerveedel gab
eine Bürgereingabe in der Bezirksvertretung Innenstadt. Daraufhin hat die
Politik beschlossen, dass die Verwaltung das Gebiet als Modellprojekt
betrachten und einen entsprechenden Plan erstellen soll. Die Stadt Köln hat nun
das Konzept zur Öffentlichkeitsbeteiligung entwickelt und erste Vorplanungen
angestellt.
Das Modellprojekt
teilt die Ziele nachhaltigen Mobilitätsplans „Besser durch Köln“, mit dem die
Stadt Köln etwa kurze Wege und Orte zum Verweilen innerhalb der Veedel
ermöglichen sowie die Erreichbarkeit sicherstellen möchte. Die Menschen sollen
sich wohl und sicher fühlen, wenn sie unterwegs sind. Auch die Ergebnisse des
ersten Kölner Bürgerrats möchte die Stadt Köln im Winzerveedel
berücksichtigen. In diesem hatten die Teilnehmer*innen im vergangenen Jahr
Ziele und Maßnahmen erarbeitet, wie die Stadt Köln die Veedel mobil und
lebenswert gestalten kann.
Stadtmobiliar
schafft Raum für Begegnung
Ab Mitte Mai wird für drei
Monate ausgewähltes Stadtmobiliar mit Sitzmöglichkeiten und Pflanzkübeln in den
Straßenzügen aufgestellt. Es soll nicht nur Aufmerksamkeit für das Projekt
wecken, sondern auch neue Orte zum Verweilen, für Begegnungen und Austausch im
Viertel schaffen. Um Platz für die Möbel zu gewinnen, werden etwa 15 der rund
425 Parkplätze im Viertel von Mitte Mai bis Mitte August damit bestückt.
Verschiedene
Beteiligungsformate
Das Projekt lebt von der
Mitwirkung der Öffentlichkeit. In den kommenden Wochen und Monaten bietet die
Stadt Köln dafür verschiedene Beteiligungsformate an, die auf folgender Seite
angekündigt werden: www.meinungfuer.koeln/winzerveedel.
Am 28. Mai findet eine
Auftaktveranstaltung zur Öffentlichkeitsbeteiligung statt, bei der das Projekt
und die verschiedenen Beteiligungsphasen- und stufen vorgestellt werden. Die
Veranstaltung findet von 18-20 Uhr im Kleinen Saal des Sachsenturms statt (Blaue-Funken-Weg
2, 50677 Köln).
Hintergrundinformationen zum Bürgerrat gibt es hier: LINK
Weitere
Informationen zum nachhaltigen Mobilitätsplan „Besser durch Köln“ gibt es hier:
LINK
Beiträge und Ideen
der „Interessengemeinschaft Winzerveedel“ finden Sie hier.
Mit der Neuanlage und
dem Ausbau des Inneren Grüngürtels zwischen Luxemburger Straße und Rheinufer
plant die Stadt eine neue 2,5 Kilometer lange innerstädtische Grünanlage für
Erholung, Bewegung, Sportnutzung, Begegnung und Freiraumerlebnis. Die Parklandschaft
soll ein Gleichgewicht zwischen städtischer Entwicklung und ökologischen und
klimatischen Ausgleichsräumen, zwischen aktiver Freizeitnutzung für Spiel und
Sport und stilleren Rückzugsräumen, zwischen hochwertiger Gestaltung und
ökonomischer Machbarkeit schaffen. Damit soll der neue Parkteil
den vielfältigen sozialen, klimatischen und ökologischen Ansprüchen gerecht
werden und einen bedeutsamen Mehrwert für alle Kölner*innen darstellen.
Öffentlichkeitsbeteiligung
wurde
Bereits im Jahr 2022
konnten Interessierte sich an einer Online-Beteiligung, per
Briefkasten-Aktion und in mehreren Spaziergängen informieren, Kritik und
Zustimmung äußern und ihre Ideen einbringen. Im Frühjahr 2025 fand ein
weiterer Beteiligungstermin im Rahmen der frühzeitigen
Öffentlichkeitsbeteiligung zum Bebauungsplanverfahren statt.
Nun ging die
Öffentlichkeitsbeteiligung zur Vollendung des Inneren Grüngürtels in der
Parkstadt Süd in die nächste Runde: In diesem Frühsommer sind Pop-Up-Workshops
(vor Ort) zum konkreten Gestaltungsentwurf und im Herbst ist ein
Feedback-Workshop geplant. Vorher wird eruiert, von welchem Personenkreis und
wie der Innere Grüngürtel bisher genutzt wird. Vom 18. Mai bis zum 7.
Juni 2026 konnten mit einer Online-Beteiligung weitere Ideen eingebracht
werden.
Weitere
Informationen zum Beteiligungsverfahren zum Grüngürtel Parkstadt Süd finden Sie
hier: LINK
Eine kritische
Einschätzung zur Parkstadt Süd und der damit zusammenhängenden Aufgabe des
Kölner Großmarkts im Jahre 2025 können Sie hier nachlesen: LINK
In dieser Rubrik
informieren wir aus dem kooperativen Büro für Öffentlichkeitsbeteiligung (Stadt
Köln & Kölner Freiwilligen Agentur) sowie aus dem Beratungsgremium
Öffentlichkeitsbeteiligung
Am 2. Juni ist das
Beratungsgremium Öffentlichkeitsbeteiligung zum ersten Mal seit seiner neuen
Besetzung nach der Kommunalwahl zusammengekommen. Das Gremium berät den Ausschuss (des Rates) für
Bürgerbeteiligung, Anregungen und Beschwerden zu Grundsatzfragen der Beteiligungskultur in Köln sowie zur Umsetzung und
Weiterentwicklung der Leitlinien für Öffentlichkeitsbeteiligung.
Das Beratungsgremium
setzt sich in der neuen Ratsperiode aus 16 Einwohner*innen der Stadt Köln
zusammen, die im Gremium jeweils zu zweit eine von insgesamt acht
unterschiedlichen gesellschaftlichen Perspektiven einnehmen (Jugend, Senioren,
Inklusion, Migration, Quartier, zivilgesellschaftliche Organisationen, queere
Community, Wirtschaft).
Die Mitgliedschaft erfolgt, gemäß Geschäftsordnung, auf Vorschlag des
kooperativen Büros für Öffentlichkeitsbeteiligung, das sich aus dem städtischen
sowie dem bei der KFA angesiedelten stadtgesellschaftlichen Büro für
Öffentlichkeitsbeteiligung zusammensetzt. Über die Zusammensetzung des Gremiums
entscheidet abschließend der Rat der Stadt Köln.
Im Folgenden möchten
wir Ihnen die Gremiumsmitglieder kurz vorstellen. Sofern vorhanden, haben wir
den Kurzportraits ein Foto sowie zwei Fragen hinzugefügt, die zu beantworten
wir die Mitglieder gebeten haben:
Alisa
Dumke
Als Mitarbeiterin der Partnerschaften
für Demokratie Köln verfügt Alisa Dumke über langjährige Erfahrung in der
Stärkung bürgerschaftlichen Engagements. Ihr Fokus liegt auf der Förderung von
Selbstwirksamkeit durch partizipative Maßnahmen und innovative Formate im
direkten Lebensumfeld. Sie ist gut mit
zivilgesellschaftlichen Akteur*innen vernetzt und kennt vielfältige
Ansätze der Öffentlichkeitsbeteiligung. Auch privat engagiert sie sich
umfassend ehrenamtlich, insbesondere in den Bereichen Inklusion und Bildung. Im
Beratungsgremium vertritt Alisa die Perspektive „Zivilgesellschaft“
Mit welchen Vorstellungen gehen Sie in das Beratungsgremium
Öffentlichkeitsbeteiligung?
Die Mitglieder arbeiten auf Grundlage ihrer verschiedenen Perspektiven und
Hintergründe gemeinsam daran, die städtischen Beteiligungsstrukturen
weiterzuentwickeln. Ich selbst werde dabei sicherlich noch einiges über die
bereits bestehenden Verfahren und Möglichkeiten lernen.
Was ist Ihnen besonders wichtig aus der Perspektive, die Sie im Gremium
vertreten?
Ich möchte zivilgesellschaftliche Vereine und Organisationen, die in diesen
Zeiten immer mehr unter Druck geraten, darin bestärken, sich weiterhin
einzubringen und demokratische Möglichkeiten der Beteiligung sowie des
Widerstandes zu nutzen, um so die demokratische Resilienz zu stärken.
Hans Kummer
Hans´ Engagement für
Partizipation in der Stadtentwicklung reicht zurück bis zum Leitbildprozess
„Köln 2020“ (2002) und setzt sich fort über die Mitarbeit in der BI Helios und
bei allen größeren Beteiligungsformaten zum Städtebau in Köln. Er ist
das „dienstälteste“ Mitglied des Beratungsgremiums
Öffentlichkeitsbeteiligung und war 2014 Mitbegründer des Bündnisses „Köln
Mitgestalten“ als Vertretung zahlreicher bürgerschaftlicher Initiativen und
Gruppen. Das von Köln Mitgestalten erarbeitete „Positionspapier“ zur
Bürgerbeteiligung und die Durchführung der Veranstaltungsreihe „Abende des
guten Gesprächs“ mit Vertreter:innen
aus Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung waren wesentliche Impulse, aus
denen später der Leitlinienprozess und die Erarbeitung der Systematischen
Öffentlichkeitsbeteiligung hervorgingen. Neben seinem Engagement im
Beratungsgremium engagiert sich Hans im Vorstand des Hauses der Architektur
Köln (HdAK).
Im Beratungsgremium vertritt Hans die Perspektive „Zivilgesellschaft“.
Mit welchen Vorstellungen gehen Sie in das Beratungsgremium
Öffentlichkeitsbeteiligung?
Ich möchte die bisherige gute Arbeit im Gremium fortsetzen, den guten
Kontakt zu Politik und Verwaltung weiter vertiefen und verfestigen im Sinne von
„Selbstverständlichkeit“, Akzeptanz und Respekt. Die Belange der einzelnen
Perspektiven möchte ich noch deutlicher herausarbeiten und zu einem „Ganzen“
konstruktiv verschmelzen. Außerdem möchte ich dazu beitragen, den
Bekanntheitsgrad der aktiven Beteiligungsmöglichkeiten in der Stadt zu
steigern.
Was ist Ihnen besonders wichtig aus der Perspektive, die Sie im Gremium
vertreten?
Aktive Beteiligung ist ein für unser Demokratieverständnis wesentliches
Element. Ich möchte die Initiativen in Köln ermutigen, sich einzubringen und
Beteiligung von unten nach den Regeln der Leitlinien auch aktiv einzufordern.
Beteiligung soll und darf nicht Beschäftigungstherapie oder Ablenkung von
eigentlich wichtigen Themen sein.
Ruth
zum Kley
leitet das KKT. Kölner Künstler:innen Theater in
Ehrenfeld. Als Regisseurin, Theaterleiterin und Trainerin setzt sie sich seit
vielen Jahren für Begegnung, Teilhabe und gesellschaftlichen Dialog ein. In
ihrer Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen verbindet sie kulturelle
Bildung mit Themen wie Migration, Integration, Inklusion und demokratischer
Mitgestaltung. Durch ihre Tätigkeit im Theater, in Schulen und in der
Erwachsenenbildung kennt sie unterschiedliche Lebenswelten und Perspektiven.
Beteiligung versteht sie als Möglichkeit, Menschen miteinander ins Gespräch zu
bringen, unterschiedliche Erfahrungen sichtbar zu machen und gemeinsames
Gestalten zu ermöglichen. Im Beratungsgremium vertritt Ruth die Perspektive
„Migration“.
Mit welchen Vorstellungen gehen Sie in das Beratungsgremium
Öffentlichkeitsbeteiligung?
Ich wünsche mir Beteiligungsprozesse, die viele Menschen erreichen und
unterschiedliche Perspektiven sichtbar machen. Besonders interessiert mich die
Frage, wie Beteiligung so gestaltet werden kann, dass Menschen sich eingeladen
fühlen, ihre Erfahrungen, Sichtweisen und Ideen aktiv einzubringen. Das
Beratungsgremium sehe ich als Ort des Austauschs, des gemeinsamen Lernens und
der Frage, wie Beteiligung in Köln möglichst zugänglich, vielfältig und wirksam
gestaltet werden kann.
Was ist Ihnen besonders wichtig aus der Perspektive, die Sie im Gremium
vertreten?
Aus der Perspektive „Migration“ ist mir wichtig, den Blick auf Zugänge,
Teilhabe und Zugehörigkeit zu richten. Eine zentrale Frage ist für mich, wer
sich tatsächlich eingeladen, angesprochen und gehört fühlt. Ebenso wichtig ist,
dass Menschen die Möglichkeit haben, ihre eigenen Erfahrungen und Perspektiven
selbst zu erzählen und mit ihrer Stimme am gesellschaftlichen Dialog
teilzunehmen. Beteiligung wird stärker, wenn unterschiedliche Lebensrealitäten
sichtbar werden und Menschen erleben, dass ihre Sichtweisen und Beiträge
wirksam werden können.
Elizaveta Khan
Als Mitbegründerin und
Geschäftsführerin des Integrationshaus e.V. in Kalk setzt sich Lisa seit
vielen Jahren für demokratische Teilnahme und Teilhabe sowie für eine
diversitätssensible Haltung ein – getragen von fachlicher Expertise und
persönlicher Überzeugung. Auch die zwölf Jahre im Vorstand der Bürgerstiftung
KalkGestalten haben ihr gezeigt, wie viel
gemeinsames Handeln bewirken kann. Mit ihrem intersektionalen Blick, Freude an
Zusammenarbeit und vielfältigen Erfahrungen möchte sie dazu beitragen, die
Beteiligung offener, gerechter und menschlicher zu gestalten.
Im Beratungsgremium vertritt Lisa die Perspektive „Migration“.
Mit welchen Vorstellungen gehen Sie in das Beratungsgremium
Öffentlichkeitsbeteiligung?
Ich gehe mit dem Anspruch in das Gremium, Öffentlichkeitsbeteiligung
nicht als Selbstzweck zu verstehen, sondern als echtes Instrument
demokratischer Mitgestaltung. Beteiligung muss dort ankommen, wo sie gebraucht
wird – bei Menschen, die strukturell weniger Gehör finden. Ich möchte dazu
beitragen, Formate und Prozesse zu entwickeln, die zugänglich, mehrsprachig und
wirklich offen sind. Dabei bringe ich eine intersektionale Perspektive mit: Wer
wird eingeladen? Wessen Stimme zählt? Wie schaffen wir Räume, in denen Vielfalt
nicht toleriert, sondern als Stärke genutzt wird?
Was ist Ihnen besonders wichtig aus der besonderen Perspektive, die Sie
im Gremium vertreten?
Als Person mit langjähriger Erfahrung in migrantischer
Selbstorganisation und zivilgesellschaftlichem Engagement ist mir besonders
wichtig, dass Beteiligung keine Einbahnstraße ist. Menschen mit
Migrationsgeschichte, mit wenig institutioneller Macht oder mit anderen
Lebensrealitäten müssen nicht nur einbezogen, sondern als gleichwertige Gestalter:innen ernst genommen
werden. Ich möchte sicherstellen, dass das Gremium diese Perspektiven aktiv
sucht – und nicht erst dann einbezieht, wenn Entscheidungen bereits gefallen
sind oder nur einbezieht, wenn es um „Interkulturalität“ geht.
Sandra
Jasper
Als Sozialraumkoordinatorin im
Bereich Mülheim-Nord/Keupstraße ist Sandra mit zahlreichen
Beteiligungsprozessen beschäftigt, darunter dem Kampf um die Realisierung des
NSU-Mahnmals sowie der Belebung und Verbesserung des Wiener Platzes. Begonnen
hat diese Beschäftigung vor über zehn Jahren mit dem „Raum ganz schön Kalk“
in dem die Bewohner des Stadtteils eigene Ideen umsetzen konnten. Von der
Mitarbeit im Beratungsgremium Öffentlichkeitsbeteiligung erhofft Sandra sich
einen Transfer der Erkenntnisse aus ihren eigenen Beteiligungserfahrungen in
die formellen Beteiligungsprozesse der Stadt Köln und umgekehrt. Im
Beratungsgremium vertritt Sandra die Perspektive „Quartier“
Mit welchen Vorstellungen gehen Sie in das Beratungsgremium
Öffentlichkeitsbeteiligung?
Seit zweieinhalb Jahren bin ich als Sozialraumkoordinatorin mit
Beteiligungsprozessen in Mülheim beschäftigt. Was deutlich wird: Es braucht
einen langen Atem. Für die Teilnahme am Gremium wünsche ich mir einen offenen
Austausch von Wissen und Erfahrungen. Wie können Beteiligungsprozesse auf den
unterschiedlichen Ebenen – in Initiativen, Vereinen und Verbänden, in der
Kommunalpolitik sowie in der systematischen Öffentlichkeitsbeteiligung der
Stadt Köln – (noch) wirkungsvoll(er) sein? Wie können Synergien geschaffen
werden? Wie kann echte Beteiligung in der Zivilgesellschaft, in der Verwaltung
und der Politik noch weiter gestärkt werden?
Was ist Ihnen besonders wichtig aus der besonderen Perspektive, die Sie
im Gremium vertreten?
Ich bringe die sozialräumliche Perspektive ein, die aus meiner Sicht von
großer Bedeutung für Beteiligungsprozesse ist. Es geht darum, erst einmal zu
fragen: Was sind die konkreten Bedingungen, Ressourcen und Beziehung aber auch
Konflikte und Bedarfe vor Ort? Wie sieht die Lebenswirklichkeit der Menschen
aus? Welche Multiplikator:innen
und Netzwerke können genutzt werden, um möglichst viele unterschiedliche
Menschen für Beteiligung zu gewinnen?
Gertrude
Helm
verfügt über umfangreiche
Erfahrungen in Beteiligungs- und Mitwirkungsprozessen, die sie in ihrer
Tätigkeit als Stadtplanerin in der Kommunalverwaltung in Köln und Aachen
gesammelt hat. Dazu zählen Projekte der Sozialen Stadt, die Gestaltung
öffentlicher Räume sowie die Mitwirkung am Innenstadtkonzept der Stadt Aachen.
In Köln möchte sie sich nun auf bürgerschaftlicher Ebene engagieren, da
Kommunalpolitik für sie die unmittelbarste Form gelebter Demokratie darstellt.
Gertrude engagiert sich bereits für gemeinwohlorientierte Anliegen im Mülheimer
Süden und bringt sich punktuell in Planungsprozesse in Nippes ein. Im
Beratungsgremium vertritt Gertrude die Perspektive „Quartier“.
Mit welchen Vorstellungen gehen Sie in das Beratungsgremium
Öffentlichkeitsbeteiligung?
Meine Erfahrungen mit Beteiligungen der Öffentlichkeit reichen von
„gestaltend und belebend“ bis hin zu „Alibi, lästige Pflicht“. Es kommt
offenbar sehr darauf an, dass die Adressaten in Rat und Verwaltung es ernst
meinen und aufgeschlossen sind. Das Beratungsgremium kann eine Vermittlerrolle
in dem Sinne spielen, dass es Bürgeranregungen in umsetzbare Vorhaben
übersetzt.
Was ist ihnen besonders wichtig aus der besonderen Perspektive, die Sie
im Gremium vertreten?
Ich wünsche mir, dass bürgerschaftliche Anregungen aus der genauen
Ortskenntnis der aktiven Bürger heraus die Planung verbessern helfen und
möglichst noch weitere StadtteilbewohnerInnen zum
Mittun aktivieren. Das können sie umso besser, wenn sie auch Erfolge erwirken.
Frank Liffers
Als Geschäftsführer von junge
Stadt köln e.V. liegt es Frank am Herzen, die
Beteiligung von jungen Menschen zu stärken. Seine Erfahrungen in der
Organisation, Begleitung und Moderation von Beteiligungsprozessen kommen ihm
dabei ebenso zugute wie seine Ausbildung als systemischer Moderator. Im Beratungsgremium
vertritt Frank die Perspektive „Jugend“.
Marc Haine
ist Vorstandsvorsitzender der Arbeitgemeinschaft der offenen Tür (AGOT)
Köln sowie hauptamtlicher Vorstand des Vereins miteinanderleben e.V.,
der sich seit 1965 für das Zusammenleben von Kindern, Jugendlichen und
Erwachsenen mit und ohne Behinderung einsetzt.
Als langjähriges Mitglied des Beratungsgremium Öffentlichkeitsbeteiligung ist
er mit den Aufgaben des Gremiums bestens vertraut und freut sich auf
Kontinuität und Erneuerung gleichermaßen. Im Beratungsgremium vertritt Marc die
Perspektive „Jugend“.
Mit welchen Vorstellungen gehen Sie in das Beratungsgemium
Öffentlichkeitsbeteiligung?
Das Beratungsgremium und das Büro Öffentlichkeitsbeteiligung haben erheblich
zu einer Verstetigung von Beteiligungsprozessen in der gesamten Stadt
beigetragen. Und es braucht weiterhin eine kontinuierliche Vertretung des
Themas, um diese noch recht jungen Beteiligungsformen dauerhaft im Bewusstsein
der städtischen Verwaltung, der kommunalpolitischen Vertretungen sowie der
Bürgerschaft zu stärken.
Was ist ihnen besonders wichtig aus der besonderen Perspektive, die Sie im
Gremium vertreten?
„Kinder sind unsere Zukunft“ ist ein oft zitierter Ausspruch, politische
Entscheidungen folgen dieser Logik nur ganz selten. Junge Menschen sind ein
zunehmend kleinerer Teil unserer Gesellschaft und die Vertretung ihrer
Perspektive ist auch ein Auftrag an die Erwachsenenwelt. Diesem Auftrag möchte
ich mit der Perspektive Jugend im Beratungsgremium nachkommen.
Melek Henze
ist seit über 5 Jahren für die
Diakonie Köln und Region Patin des Seniorennetzwerk Lindweiler im
Kölner Norden und begleitet dieses intensiv. Auch als
Präsidialversammlungsmitglied des Deutschen Evangelischen Kirchentags setzt sie
sich seit vielen Jahren in Projektleitungen für die Sichtbarmachung von Senior*innenthemen ein. Als zertifizierte Mediatorin und
interkulturelle Beraterin für konfliktfreie Kommunikation gilt ihr besonderes
Augenmerk dabei den Herausforderungen einer vielfältigen Gesellschaft. Als
Kuratoriumsmitglied der Stiftung Wings of Hope setzt sie sich für Friedens- und Dialogarbeit
mit Menschen aus Kriegs- und Gewaltregionen ein. Ihre Arbeitsschwerpunkte
liegen nicht nur in den Bereichen Gesundheit und Pflege, sondern auch in Kitas,
in Schulen und der Erwachsenenbildung. Hier hat Melek Henze ihre umfangreiche
persönliche und berufliche Erfahrung mit den Themen interkulturelle
Kommunikation, Empowerment und Beteiligung immer wieder einbringen können. Als
Bürgerin Kölns möchte sie im Beratungsgremium „zu einem guten Leben aller“ beitragen.
Im Gremium vertritt Melek Henze die Perspektive „Senioren“.
Mit welchen Vorstellungen gehen Sie in das Beratungsgremium
Öffentlichkeitsbeteiligung?
Ich gehe in das BGÖ, um den Dialog zwischen Stadtverwaltung, Politik und
Bürgerschaft aktiv zu stärken. Wichtig finde ich, dass Bürger*innen so gut wie
möglich frühzeitig, transparent und nachvollziehbar in Entscheidungsprozesse
eingebunden werden. Dabei liegt mir der Austausch unterschiedlicher
Perspektiven, Ideen und Erfahrungen am Herzen, um Beteiligungsprozesse
bürgernah, verständlich und wirksam zu gestalten. Die
Öffentlichkeitsbeteiligung sehe ich nicht nur als Informationsinstrument,
sondern auch als Chance gemeinsam tragfähige Lösungen für die Herausforderungen
unserer Stadt zu entwickeln.
Was ist Ihnen besonders wichtig aus der Perspektive, die Sie im Gremium
vertreten?
Aus der Perspektive der Senior*innen ist mir besonders wichtig, dass
Beteiligungsangebote für alle Menschen zugänglich und verständlich gestaltet
werden, auch für jene ohne hohe digitale Affinität oder mit
Mobilitätseinschränkungen. Themen wie Barrierefreiheit, Mobilität, Sicherheit
im öffentlichen Raum, soziale Teilhabe und Generationengerechtes Zusammenleben
spielen dabei eine wichtige Rolle. Gleichzeitig ist es mir wichtig, Brücken
zwischen den Generationen zu bauen. Gute Öffentlichkeitsbeteiligung sollte
unterschiedliche Altersgruppen miteinander ins Gespräch bringen und dafür
sorgen, dass Entscheidungen die Bedürfnisse aller Menschen in Köln
berücksichtigen. Die Perspektive älterer Menschen kann hierzu einen wertvollen
Beitrag leisten und die Kommunikation zwischen den Generationen positiv
begleiten.
Axel Friese
ist Mitbegründer des Vereins Radeln
ohne Alter Köln e.V., der mit seinen über 30 Rikschas und mehreren hundert
ehrenamtlich Engagierten seit einigen Jahren Touren für Seniorinnen und
Senioren anbietet. Axel bezeichnet sich als Innovations-Experten,
Sozial-Unternehmer, analytischen Strategen und „Möglich-Macher“. Sein Wissen
und seine Erfahrungen beim Verknüpfen der Interessen von Wirtschaft,
Wissenschaft und Lokalpolitik mit denjenigen der Zivilgesellschaft möchte er
zum Wohl der Stadt Köln einbringen. Im Beratungsgremium vertritt Axel die
Perspektive „Senioren“.
Mit welchen Vorstellungen gehen Sie in das Beratungsgremium
Öffentlichkeitsbeteiligung?
Noch keine, blanke Neugier
Was ist ihnen besonders wichtig aus der besonderen Perspektive, die Sie
im Gremium vertreten?
Die meisten Menschen in der Zielgruppe „Senior:innen“
haben andere Herausforderungen als Bürgerbeteiligung – das gilt wohl generell.
Das heißt: Wir müssen vermitteln, welchen Mehrwert Bürgerbeteiligung hat.
Oder: Wie können sich die persönlichen Lebensbedingungen durch Mitmischen
verbessern.
Paul
Intveen
ist seit über 15 Jahren aktiv
in der Interessenvertretung von Menschen mit Behinderung: u.a. als Mitglied der
Stadt-AG Behindertenpolitik, im Arbeitskreis barrierefreies Köln
sowie als sachkundiger Einwohner in den Ratsausschüssen für Soziales und
Mobilität. Als blinde Person kennt er die Herausforderungen und den
Erklärungsbedarf rund um Behinderung aus eigener Erfahrung. Paul ist
überzeugt, dass vielfältige Perspektiven in Entscheidungsprozesse einbezogen
werden müssen, da niemand alle Sichtweisen allein erfassen kann. Im
Beratungsgremium vertritt Paul die Perspektive „Inklusion“.
Ulrich Trapp
ist Maschinenbauingenieur und
langjähriges Mitglied im Beratungsgremium Öffentlichkeitsbeteiligung. Seine
Mitarbeit im Beratungsnetzwerk Inklusion, im Inklusionsausschuss der
Stadt Köln und in der Stadtschulpflegschaft verschaffen ihm dafür ebenso
hilfreiche Einblicke wie seine Erfahrungen als IT-Systembetreuer und -berater
für Mitarbeitende mit Einschränkungen im öffentlichen Dienst, als
Vertrauensperson der Schwerbehinderten oder als stellvertretender Vorsitzender
der Gesamtpersonalvertretung einer großen öffentlich-rechtlichen Organisation.
Im Beratungsgremium vertritt Ulrich die Perspektive „Inklusion“.
Birgit Döring (sie)
kommt aus der
Gewerkschaftsarbeit und hat dort unter anderem Erfahrungen im Community Organizing gesammelt. Als Mitinitiatorin des Dyke March
Cologne hat sie über viele Jahre hinweg die Sichtbarkeit von Lesben innerhalb
der queeren Community gestärkt, unter anderem im Rahmen des CSD Pride
Cologne. Von ihrer Mitarbeit im Beratungsgremium erwartet sie, aktiv an der
Entwicklung von Ideen mitzuwirken, die die Handlungsfähigkeit von Menschen
stärken. Im Beratungsgremium bringt Birgit die Perspektive „Queer“ ein.
Mit welchen Vorstellungen gehen Sie in das Beratungsgremium
Öffentlichkeitsbeteiligung?
Ich werde erstmal mit Neugier in das Beratungsgremium gehen, da ich leider
immer noch nicht genau weiß, was unsere Aufgaben sind.
Gerne möchte ich zur Entwicklung einer guten Organisationsstruktur für die
Beteiligung der Kölner Bevölkerung beitragen – unabhängig von
gesellschaftlicher Klasse, Herkunft, sexueller Orientierung oder Geschlecht.
Was ist ihnen besonders wichtig aus der besonderen Perspektive, die Sie
im Gremium vertreten?
Ich habe kein Mandat, die queere Community zu vertreten. Mein Anliegen ist
vielmehr, daran mitzuwirken, dass Beteiligung besser organisiert und gestaltet
werden kann und gemeinsam zu überlegen, welche Voraussetzungen dafür geschaffen
werden müssen.
Markus
Johannes
verfügt über langjährige
Erfahrung in der Gremienarbeit und der Interessenvertretung für queere
Communities. Er war u.a. Landesgeschäftsführer des Queeren Netzwerks NRW
und Mitglied im WDR Rundfunkrat (als
Vertreter der schwulen und lesbischen Communities).
Als Kreisgruppengeschäftsführer des Paritätischen Köln war er drei
Jahre Mitglied im Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren der Stadt
Köln. Seit 2025 ist er Projektkoordinator der Bundesfachstelle Pflege und
Alter(n) bei der Bundesinteressenvertretung schwuler Senioren (BISS) e.V.
Wichtig ist ihm, dass Menschen ihre Stimme einbringen, Verantwortung übernehmen
und mitgestalten, statt nur zuzusehen. Im Beratungsgremium vertritt Markus die
Perspektive „Queer“.
Mit welchen Vorstellungen gehen Sie in das Beratungsgremium
Öffentlichkeitsbeteiligung?
Durch meine Erfahrungen in der Gremienarbeit weiß ich, dass
Beteiligungs- und Veränderungsprozesse langsam und in kleinen Schritten
erfolgen. Sichtbarkeit spielt dabei eine wichtige Rolle. Ich hoffe, dass ich
mit fundierten Impulsen den Blick von Entscheidungsträger*innen in unserer
Stadt hilfreich und zielführend erweitern kann, damit diese
durchdachte Ergebnisse erzielen können.
Was ist Ihnen besonders wichtig aus der besonderen Perspektive, die Sie
im Gremium vertreten?
Die queere Community ist im politischen Köln in weiten Teilen gut
sichtbar, integriert und repräsentiert. Mein Augenmerk liegt daher auf den
queeren Menschen in unserer Stadtgesellschaft, denen durch besondere
Lebenssituationen eine Teilhabe erschwert wird oder nicht möglich ist. Ältere
Lesben, Schwule, Bi, Trans* und Inter*personen, queere Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung
bzw. chronischen Erkrankungen, mit Migrationsgeschichte oder in prekären
Lebensumständen werden mit Ihren Bedarfen und Bedürfnissen häufig übersehen
oder nicht ausreichend mitgedacht. Gemeinsam mit den
Vertreter*innen anderer Perspektiven im Gremium möchte ich den
intersektionalen Blick auch auf diese Mitbürger*innen legen, um für sie
Öffentlichkeitsbeteiligung zu stärken.
Fabian Guzzo
ist Gründer der
Demokratieplattform „Köln spricht“ und der „KreAktiv-
und Transformationsagentur“ Digital Chamäleons, mit der er
gemeinwohlorientierte Organisationen in ihren digitalen Auftritten, aber auch
zu ihrer Organsiations- und Kommunikationsstruktur
berät. Offene Kommunikation, Kritikfähigkeit und dialogische Prozesse gehören
zu Fabians wesentlichen Anliegen, egal ob er sich bei Köln spricht für „Freie
Rede, Musik, Gesellschaft, Tanz & Kultur“ engagiert oder mit seiner Firma
Vereine berät. Im Beratungsgremium vertritt Fabian die Perspektive
„Wirtschaft“.
Harald Schein
ist Partner des
IT-Unternehmens Avento und zugleich Gründungsmitglied
und im Vorstand des Zukunftsrat Köln e.V., jenes Vereins, der im
vergangenen Jahr den ersten Kölner Bürgerrat mitorganisierte. Harald ist ein
leidenschaftlicher Streiter für mehr Beteiligung, die er nicht im Gegensatz,
sondern als Unterstützung einer lebendigen, repräsentativen Demokratie versteht.
Im Beratungsgremium vertritt Harald die Perspektive „Wirtschaft“
Nachdem wir vor Kurzem
über die mediale Aufmerksamkeit für zwei Initiativen aus der Obdachlosenhilfe berichtet haben, möchten wir auf eine
Veröffentlichung der „Freunde der Kölner Straßen und ihrer Bewohner“ (FDKSB)
hinweisen: Die FDKSB haben anlässlich des deutschlandweiten „Ehrentags“ am 23.
Mai zum 77. Jahrestages der Verabschiedung des Grundgesetzes 10
Lösungsvorschläge zur Verbesserung der Situation von Obdachlosen in Köln
veröffentlicht. Damit wollen die FDKSB nicht nur an die universale Gültigkeit
des Artikel 1 GG („Die Würde des Menschen ist unantastbar.“) erinnern, sondern
konkrete Vorschläge zu Verbesserung der Situation von Obdachlosen machen: Dazu
zählen etwa die Einrichtung menschenwürdiger Unterkünfte und Transportangebote,
ganzjährige Hotlines zur Soforthilfe und Verlegung von öffentlichen
Hilfsangeboten in das nähere Umfeld der Betroffenen. Darüber hinaus empfehlen
die FDKSB dauerhafte Wärme-Winterzelte, den Ausbau psychologischer Versorgung
und Pflegeangebote sowie grundsätzliche Priorisierung von
Housing-First-Projekten. Zudem fordern sie auch einen intensiveren Dialog mit
Betroffenen und Ehrenamtlichen und verstärkte präventive Maßnahmen gegen
Wohnungsverlust ein.
Die Veröffentlichung
der Lösungsvorschläge sind ein Resultat eines im Januar 2026 begonnenen Prozess
des (Ideen-)Austauschs und von Diskussionen von Akteuren der ehrenamtlichen
Obdachlosenhilfe. Ziel war es, ehrenamtliche Akteure aus diesem Bereich zu vernetzen,
mit geeinter Stimme zu sprechen und Kräfte zu bündeln. Die FDKSB erhoffen sich
von den Vorschlägen Impulse für Gespräche mit der Stadt Köln, aber auch für
öffentliche und private Diskurse. Der Zusammenschluss steht demnach erst am
Anfang seiner Arbeit: Weitere regelmäßige Treffen sind in Planung, zudem wollen
die FBSK als Vertreter der Interessen obdachloser Menschen gemeinsam
aufzutreten.
Die 10
Lösungsvorschläge können Sie sich im Einzelnen hier durchlesen und
herunterladen: LINK ZUR WEBSITE DER FKSB
Zur
Veröffentlichung auf Instagram: kaeltebus.koeln
Unterzeichner des
10-Punkte-Plans sind unter anderem: Care 4 Cologne e.V. | Gemeinsam für die Platte |
Heimatlos in Köln e.V. | Helping Hands Cologne e.V. | Ori Bollerwagen | Straßenwächter e.V. | Streetangels Cologne e.V. | Team Seyyah | TONI
Köln | Freunde der Kölner Straßen und ihrer Bewohner e.V. | Und Weitere Gruppen und private Initiativen
(bspw. Zusammenschlüsse innerhalb von Freundeskreisen, die regelmäßig
Essensausgaben organisieren)
In der Vergangenheit
berichteten wir bereits des Öfteren über verkehrspolitische Initiativen
berichtet, wie z. B. über das stadtweit agierende Bündnis Verkehrswende Köln (LINK zum Artikel). Zudem
berichteten wir auch über eine lokal aktive Kölner Initiative, die sich für
eine Verkehrsberuhigung einsetzt: die „Interessengemeinschaft (IG) Lebenswerte
Lux“. Die IG wirkte in den vergangenen Jahren u. a. darauf hin, für mehr Sicherheit,
bessere Luft und weniger Lärm Tempo 30 auf einer der wichtigsten Kölner
Verkehrsachsen, der Luxemburger Straße, durchzusetzen. Damit hatte die IG
großen Erfolg (LINK zum Artikel).
Am 27. April 2026
stellte sich eine weitere verkehrspolitische Interessengemeinschaft in einem
Pressegespräch vor: die „IG Lebenswerter Gürtel“. Die IG Lebenswerter
Gürtel hat sich Anfang April gegründet und setzt sich aus Klägerinnen und
Klägern zusammen, die auf dem rund 5 Kilometer langen Abschnitt zwischen Lindenthalgürtel und Raderberggürtel
wohnen. Ziel der IG ist die Umsetzung von Maßnahmen, die den (nachgewiesenen)
grenzwertüberschreitenden Straßenlärm von 75 Dezibel tagsüber und 65 Dezibel
nachts auf dem Gürtel reduzieren. Die Stadt Köln hatte entsprechende Anträge
von Anwohnern bisher nur mit allgemeinen Hinweisen zur laufenden Prüfung
eventueller Maßnahmen erwidert.
Die IG verkündete nun,
dass mindestens fünf Anwohnerinnen und Anwohner von verschiedenen Abschnitten
des Gürtels Untätigkeitsklagen beim Verwaltungsgericht Köln einreichen werden,
um gesundheitsschützende Maßnahmen (Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 km/h) zu
erwirken. Die Chancen für die Durchsetzung des angestrebten Tempo 30 stehen
laut IG angesichts früherer Erfolge im gesamten Stadtgebiet hoch.
Weitere Informationen
und Erklärungen der IG Lebenswerter Gürtel finden Sie auf der Webseite der IG und auf Instagram.
Mit dem Forum
Partizipation laden wir ein zur Diskussion oder stellen unsere oder die
Positionen Dritter zur Diskussion. Ihre Diskussionsbeiträge sind willkommen!
Ein Gespräch mit
Sascha Gajewski von der Initiative #BodenwendeKöln
Wohnraum ist knapp in
Köln. Die Mieten steigen unentwegt, wer eine Wohnung sucht, muss meistens lange
suchen und dann teuer bezahlen. Gleichzeitig erwärmt sich das Klima und
Kommunen sind angehalten, ihre grünen Ränder als Klimapuffer zu bewahren. Auch
für das produzierende Gewerbe finden sich in einer wachsenden Stadt immer
weniger geeignete oder sogar bereits ausgewiesene Areale (Industriegebiete). In
dieser schwierigen Interessenlage scheint sich ein neuer Trend abzuzeichnen:
Grundeigentümer treten proaktiv als Veranstalter von
Öffentlichkeitsbeteiligungen für Wohnungsbauprojekte auf, lange bevor
politische Beschlüsse über die Bebauung ihrer Flächen gefällt werden. Über die
damit verbundenen Erwartungen, Chancen und Risiken haben wir einen längeren
emaildialog mit Sascha Gajewski von der Initiative #BodenwendeKöln geführt. Das
„Gespräch“ führte Boris Sieverts.
Boris Sieverts I KFA:
Sascha, mit Eurer Initiative #BodenwendeKöln
(https://www.stadtraum5und4.org/bodenwendekoeln-bisher-auf-sand-gebaut/) setzt
ihr Euch für bezahlbaren Wohnraum auf der Grundlage von bezahlbaren
Bodenpreisen ein und kritisiert Boden als Spekulationsobjekt, das wenige reich
und viele arm macht, weil sie sich ihre Mieten nicht mehr leisten können. In
Köln war zuletzt das Coty-Areal in Bickendorf (nun NQB – Neues Quartier
Bickendorf) Gegenstand einer Öffentlichkeitsbeteiligung, bei der sich das Gros
der Teilnehmer:innen für
eine weitgehende Umwandlung des Industriegebiets in ein Wohnquartier aussprach.
Bodenpolitik, also die Frage, wem der Grund und Boden gehört und wer den
Wertzuwachs einer solchen Umwandlung abschöpft, waren dabei kein Thema. Dabei
sollte Bodenpolitik Deiner Meinung auch auf dem Coty-Areal ein Thema sein.
Warum?
Gajewski: Wir kommen
als Akteure zwar aus der Wohnungsbewegung, aber es geht uns tatsächlich um alle
Nutzungen: Also auch um soziale, kulturelle, und gewerbliche Nutzungen, die mit
den hohen Bodenpreisen mehr Förderung der öffentlichen Hand erfordern, gar
nicht entstehen können, oder ihre Produkte und Dienstleistungen deutlich teurer
anbieten müssen. Auch in den Preisen, z.B. der Gastronomie, finden wir den
Bodenpreis ja wieder. Dies verstärkt Segregation, also die Trennung der
sozialen Gruppen im Stadtraum. Wir haben in Deutschland mit die höchste
Vermögensungleichheit aller OECD-Staaten, was den sozialen Zusammenhalt und die
Demokratie gefährdet, weil es die Idee der
Leistungsgerechtigkeit aushöhlt. Diese Ungleichheit basiert auf zwei
Hauptsäulen: Unternehmensanteilen und Boden. Der internationale Währungsfonds
empfiehlt der Bundesregierung daher eine Vermögenssteuer; vor der
Vermögenssteuer steht aber die Frage, woraus Vermögen geschöpft wird. Und das
führt uns zu kommunaler Bodenpolitik und zu dem Beispiel des Coty-Areals, dass
nun „Neues Quartier Bickendorf“ heißt. Das Areal wurde im Status einer Gewerbe-
und Industriefläche angekauft, wie übrigens auch das
Max-Becker-Areal in Braunsfeld. Würde es diesen Status behalten, könnte der
Eigentümer bei der Entwicklung maßvolle Gewinne machen. Nun wirbt er aber für
eine Umwandlung großer Flächenanteile in Wohnbauflächen. Dies wertet den Boden
auf, weil Wohnbauland mehr Rendite abwirft und dieser erhebliche Mehrwert
bleibt überwiegend beim Entwickler, wobei er dafür wenig tut. Auf anderen
Geländen hat dies schon zu Wertsteigerungen von über 1000€ pro m² geführt, also
10 Mio. € pro Hektar, die dann als sogenannte „leistungslose Gewinne“ beim
Eigentümer landen. Wir finden diese dann in Mieten und Kaufpreisen wieder.
KFA: Was für
Möglichkeiten gibt es für die Kommunen, die Stadtgesellschaft an diesem
Mehrwert teilhaben zu lassen?
Gajewski: Den
rechtlichen Rahmen setzt wesentlich der §11 Baugesetzbuch. Durch städtebauliche
Verträge können Kosten, die kausal der Entwicklung zuzuordnen sind, in
angemessenem Rahmen auf den Eigentümer abgewälzt werden. Ab da wird es
juristisch strittig: unproblematisch ist, einen Anteil an gefördertem oder
preisgedämpftem Wohnungsbau, die Finanzierung von KiTas
und Schulbauten im Verhältnis zur Projektgröße sowie Anforderungen an
Baustandards und Energiesysteme in solchen Verträgen zu verankern. Zu
beurteilen, wann die Angemessenheit überschritten ist, ist schwieriger: Das
Bauen nach einem höheren Energiestandard z.B. kostet Geld, erhöht aber
andererseits auch den Wert der Immobilie. Stellt diese Forderung also eine
zusätzliche Belastung dar? Oder nehmen wir die Forderung nach gefördertem
Wohnraum: Der war zuletzt oft, wegen der günstigen Kredite, wirtschaftlicher zu
errichten als frei finanzierter Wohnungsbau, also gar keine Belastung. Die
Liste ließe sich fortsetzen.
Es geht vor allem und grundsätzlich darum, dass Politik und Verwaltung
verstehen, dass die Gewinne aus Grundstückswertsteigerungen der Allgemeinheit
zustehen und dass sie danach handeln. Da eine umfängliche Abschöpfung nicht so
einfach ist und nur bedingt nachhaltig, weil der Preis danach weiter steigen
kann, wären der Erwerb der Grundstücke durch die Kommune und die Vergabe in
Erbbaurechten oder der Verkauf an strukturelle Träger des Gemeinwohls
(Genossenschaften, Stiftungen etc.) der nachhaltigere Weg. Das erfordert
eine langfristige Strategie, politische Konsequenz und Durchhaltevermögen, denn
sonst findet sich auch für überteuerte Grundstücke immer ein Investor, der
darauf vertraut, dass die Politik ihm doch noch eine höhere Ausnutzung
zugestehen und weniger Leistungen für die Allgemeinheit abverlangen wird – weil
Wohnungen dringend gebraucht werden. So werden die Grundstückspreise immer
weiter nach oben getrieben und noch einmal, den Planungswertgewinn schöpfen die
Investoren und die Grundstückhändler ab.
KFA: Ist so etwas
nicht auch ein Stück weit Verhandlungsgeschick und eine Frage der Bereitschaft,
Investoren auch etwas abzuverlangen? Sofern das Vorhaben über §34 Baugesetzbuch
hinaus geht (der besagt, dass man bauen darf, wie es der Nachbarschaft entspricht)
oder sogar auf Land geschieht, das bislang gar nicht zur Bebauung gewidmet ist,
ist der Investor rein juristisch ja in keiner starken Position, denn die Stadt
muss seinem Vorhaben nicht zustimmen. Investoren drohen dann oft damit, dann
halt gar nicht zu bauen, weil es sich für sie nicht rechnen würde, wenn ihre
Wünsche nicht vollumfänglich erfüllt werden. Zugleich weigern sie sich aber,
mit dem Hinweis auf das Betriebsgeheimnis, ihre Kalkulationen offen zu legen.
Auf welcher Grundlage wird den Forderungen unter diesen Umständen eigentlich
nachgegeben? Und ist es nicht auch eine Sache des Standings, dass man einfach
mal sagt: „dann gehen Sie halt woanders hin!“, um auch künftigen Entwicklern klar zu machen, dass es Grenzen gibt? Das würde sich ja auch dämpfend auf die Grundstückspreise auswirken, wenn potentielle Käufer davon ausgehen müssen, dass sie den
Ausnutzungspoker mit der Stadt nicht gewinnen werden, bzw. dass Zugeständnisse
bei der Ausnutzung mit entsprechend hohen Gegenleistungen, z.B. beim Anteil des
sozialen Wohnungsbaus oder der Ausstattung mit öffentlichen Grünflächen oder
kultureller Infrastruktur, verbunden sind.
Gajewski: Genau, das
ist es, was ich mit langfristiger Strategie meine. Investoren haben Ausdauer.
Bodenpolitik funktioniert nur, wenn man über Wahlzyklen hinweg konsequent
bleibt, wenn die Botschaft lautet: „Wir freuen uns über Investierende, die zu
den Bedarfen unserer Stadt passend bauen. Wir wollen keine Spekulation mit dem
Boden, die in der Konsequenz den Mietspiegel im Ganzen hebt und wir geben
demjenigen kein Baurecht, der so teuren Boden schafft, dass bezahlbares Wohnen
nicht, oder nur mit öffentlichen Mitteln, herstellbar wird“.
Zu den Wirtschaftlichkeitsberechnungen, auf die sich die Investoren berufen,
kann man sagen: auch wenn diese nicht einsehbar sind, wären sie durchaus
überprüfbar. Die Kosten und Finanzierungsstrukturen der Branche sind bekannt
und in der Stadtverwaltung sollte es die Kompetenz geben, die
Wirtschaftlichkeit eines Projekts selbst zu bewerten – ansonsten gibt es dafür
Dienstleister, die auch schon für Köln gearbeitet haben.
In der Politik gibt es dazu sicher Wissens- aber vor allem Haltungsdefizite.
Erstere lassen sich durch Information schließen, bei Letzteren ist auch der
Druck der Bürgerinnen und Bürger gefragt.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Gründe, warum
den Forderungen der Investoren so oft nachgegeben wird, sind vielschichtig:
manche Zusammenhänge werden nicht verstanden, es gibt die Angst, dass gar nicht
gebaut werden könnte und politisch lässt sich eine teure Wohnung, so
kurzsichtig das ist, halt immer noch besser verkaufen als eine erst einmal
nicht gebaute. Außerdem gibt es die Haltung: „der Einsatz der Investoren muss
sich doch lohnen, sie gehen ja schließlich Risiken ein“. Über weitere
Motivationen kann man nur spekulieren.
Lass uns mal ein Gegenszenario durchspielen: Was wäre,
wenn sich morgen alle einig wären, das Spiel zu beenden? Was würde das für den
einzelnen Investor bedeuten? Entweder hat er eh im Vertrag stehen, dass der
Kauf nur bei Erreichung bestimmter Ziele – wie z.B. der Genehmigung eines
Mindestbauvolumens – gilt und dass er sonst ein Rücktrittsrecht hat. Oder er
hat sich verspekuliert und muss gegebenenfalls Anteile des für das Grundstück
gezahlten Geldes abschreiben. Aber es gibt nun mal kein Recht auf Gewinn und das
Interesse der Allgemeinheit steht höher. Geht der Investor pleite,
wird das Grundstück Insolvenzmasse und der neue Kaufinteressent weiß anhand der
dann gültigen Politik, wieviel er investieren kann. Der Preis wird also
korrigiert. Konkret: Jemand, der ein Grundstück sucht, wird dann nicht mehr
1.500€ pro m² bieten, weil er auf die Folgsamkeit der Politik setzen kann und
Mitbewerber ausstechen will, sondern er bietet nur noch 400€ und der Verkäufer
lernt schnell, dass andere auch nicht mehr bieten werden. Somit ist ein neues
Preislevel etabliert und bezahlbare Nutzungen werden wahrscheinlicher. Wird
deswegen weniger oder nicht gebaut? Nein, denn der Gewinn entsteht aus dem
Gebauten, nicht aus dem Boden.
KFA: Unter
Beteiligungsgesichtspunkten ist ein neues Phänomen aufgetaucht, nämlich dass
Bodeneigentümer von sich aus Beteiligungsverfahren für Grundstücke initiieren,
für die noch gar kein (Wohn)baurecht oder auch nur
ein Aufstellungsbeschluss besteht (das ist die „Absichtserklärung“ der
politischen Gremien, einen Planungsprozess in Gang zu setzen). In Köln war dies
zuletzt im Porzer Süden und eben auf dem Coty-Areal zu beobachten: in Porz
handelt es sich um Ackerland, das der Großgrundbesitzer gerne in Bauland
umgewandelt sehen möchte. Das Coty-Areal ist (noch) als Industriegebiet
gewidmet, so dass rein baurechtlich zum Zeitpunkt des Beteiligungsverfahrens
gar kein Wohnungsbau möglich gewesen wäre. Man konnte den Eindruck gewinnen,
dass mit den Beteiligungsverfahren auch Stimmung für den Wohnungsbau gemacht
werden sollte, der ja für den Grund und Boden, im Vergleich zu Ackerland oder
Industriegebiet, eine enorme Wertsteigerung bedeutet. Für uns als
Beteiligungsexperten ist das natürlich eine
interessante, neue Erscheinung – dass Investoren Beteiligungsprozesse hier,
wenn man so will, instrumentalisieren, um die Politik in Zugzwang zu bringen,
nach dem Motto: „OK, Ihr wollt kein Ackerland bebauen und Industriegebiete
wollt ihr auch erhalten, dann fragen wir doch mal die Leute!“. Natürlich wollen
die Leute in Bickendorf oder Vogelsang lieber neue Wohnungen in ihrer
Nachbarschaft als einen Fortbestand des Industriegebiets und angesichts des
angespannten Wohnungsmarkts finden sich auch für das Projekt in Porz zahlreiche
Befürworter (in beiden Fällen gibt es ebenso stichhaltige Argumente für diese
Vorhaben wie dagegen, aber darum soll es hier nicht gehen). Die Veranstaltungen
werden dann sehr offen und herzlich und kreativ und auf Augenhöhe organisiert –
unter Beteiligungsaspekten sozusagen vorbildlich -, was im Überschwang des
Beteiligungsspaßes aber völlig aus dem Blick gerät ist die Frage, wer die damit
verbundenen Bodenwertsteigerungen abschöpft bzw. was die Gegenleistung dafür
sein soll. Das ist von „unpolitischen“ Bürgern vielleicht auch nicht zu
erwarten, sondern hier wäre die Politik gefragt.
Gajewski: Die
Beschreibung teile ich völlig. Der Erhalt von Industrie- und Gewerbeflächen
wird zwar erfasst und verstanden – aber er erzeugt keine Emotionen. Auch der
Erhalt von Naturräumen hat oft nur wenige echte, kampfbereite Befürworter. Der
Wohnungsmangel hingegen ist für viele Menschen eine bedrohliche Erfahrung aus
erster Hand, über die zudem regelmäßig in der Zeitung berichtet wird. Da fühlen
sich die Menschen kompetent und sehen ggf. ein Selbstwirksamkeitspotenzial. Das
öffnet die Tür dafür, eine interessierte Öffentlichkeit und Nachbarschaft für
sich zu instrumentalisieren, die man übrigens nicht mit Verfechtern des
Gemeinwohls verwechseln darf. Die meiste Teilnehmer solcher Veranstaltungen
sprechen für sich, ohne Gemeinwohlverpflichtung oder Rechenschaftspflicht.
Deshalb teile ich die Begeisterung für diese Formate nicht und behaupte, dass
sie die Politik in eine Ecke treiben.
Eine allgemeine Aussage zum Verhalten der Kölner Politik in dieser
Konstellation kann ich nicht treffen, mir begegnen da ganz verschiedene
Facetten. Aber was mich beim Coty-Areal schon überrascht hat, waren Aussagen
von Leuten aus dem Mitte-Links-Spektrum, die die Investoren als sympathisch,
engagiert im Stadtteil und offen für Anregungen beschrieben. Das mag alles
zutreffen, es ändert aber nichts daran, dass wir hier von Investoren reden, die
klar eine wirtschaftliche Agenda haben und für die das Umschmeicheln anderer
zum Handwerk gehört. Ich spüre da manchmal sehr wenig kritische Distanz und
Verständnis dafür, wieviel Gewinn mit diesen Brosamen des Entgegenkommens
gemacht wird. Aus 50.000€ Veranstaltungsaufwand können so leicht einige
Millionen mehr Marge durch Wertsteigerungen werden, die dann die Nutzer der
späteren Immobilien oder die öffentliche Hand, zur Subventionierung des
Wohnens, bezahlen. Eine andere Reaktion, die mir begegnet, ist Ohnmacht, bzw.
die Deklaration von Machtlosigkeit angesichts der politischen
Mehrheitsverhältnisse. Und dann gibt es natürlich auch diejenigen, die es
richtig finden, dass Investoren für „gute Arbeit“ „gute Gewinne“ einfahren.
Grundsätzlich bleibt ein Problem der Kommunalpolitik, dass man über die
Bodenfrage viel Wissen haben muss und dass Kommunalpolitiker*innen Ehrenamtler
sind, die sich in Verwaltung und Wirtschaft Fachleuten im Vollerwerb
gegenübersehen. Aber auch bei Fachpolitiker*innen etablierter Parteien habe ich
schon feststellen müssen, dass sie über die Grundlagen der Immobilienwirtschaft
nicht wirklich gut informiert waren. Ich will das nicht verallgemeinern,
sondern nur aufzeigen, wie das Kräfteungleichgewicht im Moment ist. Das können
die engagierten Politiker:innen
in den Parteien nur ausgleichen, wenn sie nicht nur kompetent sind, sondern
auch noch Macht in der eigenen Fraktion haben – was nicht immer zusammenfällt.
Angesichts dieser Gemengelage liegt der strategische Vorteil leider deutlich
bei den Investoren.
Abschließend würde ich
gerne noch sagen: Die Trennung des Bodeneigentums von seiner Nutzung, z.B.
durch Erbbaurecht, ist eine alte Idee der Bodenreformbewegung. Die Feststellung
dahinter: Der Wert des Bodens wird von der Allgemeinheit geschaffen – sie baut
die Schulen, die Straßen, die Theater, andere wiederum schaffen die
Arbeitsplätze, die den Boden überhaupt erst begehrt machen! Deshalb gehört der
Grund und Boden der Allgemeinheit, wobei abgewogen werden muss zwischen den
haushälterischen Interessen der Kommune und den unmittelbaren Interessen der
Stadtgesellschaft als Nutzer:innen.
Mit dem, was auf dem Boden geschaffen wird, soll der Investor seine Marge
machen! Wegen der Knappheit des Bodens braucht es auch dafür Regeln, denn für
die Erfüllung der Bedarfe der Menschen steht nun mal nicht unbegrenzt Boden zur
Verfügung, besonders dann nicht, wenn man weitere Flächenversiegelung vermeiden
will. Also muss die Kommune durch ihre Vergabepolitik und vertragliche
Festsetzungen im (Erbbaurechts-)Vertrag sicherstellen, dass der Investor das
baut, was die Allgemeinheit benötigt und nicht die Einsparungen beim
Bodenerwerb in Marge umwandelt. So der Ansatz für eine zukunftsfähige
Bodenpolitik
Links zu den
Projekten in Bickendorf und in Porz:
https://instone.de/de/bauprojekte/koeln/bickendorf/veranstaltungsreihe
https://www.porz-plant.de
Wie machen es
andere Städte?
Beispiel Münster: https://www.stadt-muenster.de/stadtplanung/sozialgerechte-bodennutzung
Beispiel Hamburg: https://www.staedtetag.de/publikationen/staedtetag-aktuell/2024/heft-5/bodenpolitik-gemeinwohlinteresse-hamburger-baulandmodell
Wer sich tiefer
gehend mit der Thematik befassen möchte, dem sei auch der Podcast „Best Case
Scenario“ mit Sascha Gajewski empfohlen:
https://open.spotify.com/episode/2SV02giXoTyL7ME8pflpb1?si=0226bb23a2444edd
https://podcasts.apple.com/de/podcast/best-case-szenario/id1843126720?i=1000770160216
https://best-case-szenario.podigee.io/8-7-boden-als-grundlage-fur-demokratie
https://www.deezer.com/de/show/1002249661?host=0&deferredFl=1
Bereits 2011
veröffentlichte der kanadische Journalist Doug Saunders das Buch „Arrival City: How the largest migration in history is reshaping
our world“. Seine These: Die neue „Völkerwanderung“ ist
nicht primär eine Wanderung vom globalen Süden in den globalen Norden, sondern
eine Bewegung der Menschen vom Land in die Sädte. Das
Gros der Migranten weltweit, so Saunders, zieht nicht in andere Länder oder auf
andere Kontinente, sondern in die großen Städte ihrer Herkunftsländer. Sie
stammen aus den selben,
meist strukturschwachen, ländlichen Regionen, wie die Wenigen, die die nötigen
Kontakte und das Reisekapital haben, um in die reichen Städte des globalen
Nordens auszuwandern. Hier wie dort landen die „Neuankömmlinge“ zumeist in
Stadtvierteln, die durch einen hohen Anteil von Neuankömmlingen geprägt sind.
Was wie eine tautologische Selbstverständlichkeit klingt, ist tatsächlich der
Anfang einer neuen Sichtweise – denn es verschiebt den Fokus vom Zustand
solcher Quartiere als räumliche Entitäten mit statistisch erfassten, festen
Eigenschaften hin zu sozialen Gebilden, die, mit jeder Neuankunft und jedem
Weiterziehen, oft erstaunliches leisten. In Städten auf allen fünf Kontinenten
ist Doug Saunders zwei Leitfragen nachgegangen: „Was sind die Leistungen, die
ein Ankunftsstadtteil zu „vollbringen“ hat, damit man ihn als erfolgreich (oder
gescheitert) bezeichnen kann?“ und „Welche Bedingungen hat er seinen Bewohnern
zu bieten, um diese Leistung zu vollbringen?“
Unter dem Titel „Was
Ankunftsquartiere stark macht“ hat die ILS Research gGmbH aus Dortmund, mit
Förderung der Mercator-Stiftung, nun eine Broschüre herausgebracht, die soziale
und kulturelle (leider keine wirtschaftlichen) Projekte und Programme in elf deutschen
Städten und Stadtteilen vorstellt, für die Saunders Konzept der Arrival City
die Grundlage bildete. Auch wenn der Bezug zu Saunders Arbeit in der Broschüre
(verwunderlicherweise) nicht hergestellt wird: Wer
sich die spannende, aber sehr umfangreiche Lektüre von Saunders Werk sparen,
aber dennoch die wichtigsten Erkenntnisse mitnehmen möchte, dem sei die
Broschüre ans Herz gelegt, deren besonderer Wert in der Anwendung und „Prüfung“
von Saunders Theorien in der deutschen Praxis liegt. Eine zentrale Aussage
lautet hier wie dort: „Erfolge in der Arbeit vor Ort bleiben manchmal verborgen
– etwa, wenn sozialer Aufstieg mit dem Wegzug verbunden ist und sich dadurch
nicht in einer Verbesserung der Sozialdaten eines Ankunftsquartiers
niederschlägt.“
Auch wenn das Kölner
Stadtgebiet in der Studie nicht vertreten war: Dass die Erkenntnisse die
Betrachtung von Kölner Stadtteilen wie z.B. Kalk oder Chorweiler nachhaltig
verändern könnten, ist anzunehmen. Der Ansatz „Arrival City“ wird auch
ausführlich besprochen in dem Beitrag „‚Arrival Cities‘ – Ankommen in Deutschland? Das
Konzept ‚Ankunftsstadt‘ und seine Übertragbarkeit“ der Bundeszentrale für politische Bildung.
Auf die Broschüre
aufmerksam wurden wir übrigens durch den
empfehlenswerten Newsletter „Wegweiser Bürgergesellschaft“.
Im Folgenden sind
Literaturempfehlungen zu den Themenfeldern „Methodik der Bürgerbeteiligung und
Zivilgesellschaft“ und „Demokratie, Gesellschaft & Populismus“ aufgelistet.
Methodik der
Bürgerbeteiligung und Zivilgesellschaft:
Breit rezipierte und
empfehlenswerte Literatur zu Demokratie, Gesellschaft & Populismus:
Der Podcast „INSIDE
Stadt Köln“ gibt Einblicke in die städtische Verwaltung, über ihre Abläufe,
Zuständigkeiten und über Themen, die alle Kölnerinnen und Kölner tagtäglich
beschäftigen.
In Folge 11 behandelt
der Podcast die Öffentlichkeitsbeteiligung in der Stadt Köln.
Wie können
Kölner*innen ihre Stadt mitgestalten und was passiert im Hintergrund? Wie läuft
ein Beteiligungsprozess ab, welche Möglichkeiten haben Bürger*innen, sich aktiv
einzubringen und an wen kann man sich wenden?
All diese Fragen
werden in dieser Folge diskutiert. Reinhören ist überall dort möglich, wo es
Podcasts gibt oder direkt hier:
INSIDE Stadt Köln – der Podcast – Stadt Köln
In der Stadt Leipzig
gibt es interessante Formate kooperativen und sektorübergreifenden Engagements
für das Gemeinwohl, die vielleicht auch für Köln interessant sein könnten:
Seit 2025 gibt es das Leipziger Gemeinwohlparlament. Parlamentsmitglieder können Leipzigerinnen und Leipziger ab 14 Jahren
werden. Sie zahlen einen Jahresbeitrag von mindestens 60 €. Aus dem hieraus
entstehenden Budget werden Projekte für das Gemeinwohl gefördert. Die
Förderentscheidung fällt das Gemeinwohlparlament, in dem jedes Mitglied eine
Stimme hat – unabhängig von der Geldsumme, die eingezahlt wurde.
Gegründet wurde das
Gemeinwohlparlament auf Initiative des Runden Tisches Gemeinwohl Leipzig, in dem sich seit seiner Gründung 2022 über 50 Institutionen aus
Wirtschaft, Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft engagieren. Hier
kommen über 50 Institutionen aus verschiedenen Bereichen der Stadtgesellschaft
zusammen, um das Gemeinwohl in Leipzig zu stärken und sichtbar zu machen.
Weitere Informationen
Sollte jemand daran
interessiert sein, solche Gemeinwohl-Initiativen in Köln auf den Weg zu
bringen, freuen wir uns über eine entsprechende Kontaktaufnahme per E-Mail: beteiligen@koeln-freiwillig.de.
Im Folgenden sind
offene Dialogformate chronologisch aufgelistet, die in den kommenden
Sommerwochen in Köln stattfinden:
Im Folgenden sind
(Fach-)Tagesveranstaltungen und mehrtägige Veranstaltungen aufgelistet, die in
den kommenden Wochen in Köln und Region oder online zum Thema Methodik der
Öffentlichkeitsbeteiligung und Partizipation stattfinden:
Stiftung Mitarbeit:
Kommunikation als Herausforderung. Öffentlichkeitsarbeit für
beteiligungsorientierte Projekte, Freitag, 26. und Samstag, 27. Juni 2026, LINK
Beteiligungsorientierte
Projektarbeit braucht funktionierende Verständigung, Transparenz und gute
Öffentlichkeitsarbeit. Kurz: durchdachte Kommunikation. Doch was heißt das
konkret? Im Seminar werden die Fragen rund um Kommunikation diskutiert. Wie
lässt sich gelingende, crossmediale Öffentlichkeitsarbeit gestalten? Wie lassen
sich die relevanten Zielgruppen ansprechen? Wie gelingt ein zielführender
Austausch? Wie schaffen wir Transparenz innerhalb von Beteiligungsprojekten?
Und wie lassen sich Diskurse und Ergebnisse vermitteln?
Die Teilnehmer/innen beschäftigen sich mit den Vor- und Nachteilen
unterschiedlicher Kommunikationswege und -instrumente, entwerfen mögliche
Kommunikationskonzepte und identifizieren Optimierungsmöglichkeiten für die
eigene Praxis. Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind eingeladen, sich mit ihren
Erfahrungen und Fragen aus der eigenen Arbeitspraxis aktiv einzubringen. Das
Seminar richtet sich an Menschen, die Beteiligungsprojekte umsetzen, in den
Bereich Öffentlichkeitsarbeit einsteigen oder bereits erste Erfahrungen
mitbringen.
Stiftung Mitarbeit:
Alles Krise? Konflikt- und Dialogkultur für eine resiliente Demokratie.
Online-Veranstaltungsreihe „Auf dem Weg in eine zukunftsorientierte
Demokratie“, III. Quartal 2026, LINK
Von Krisen und
einer zunehmenden Spaltung der deutschen Gesellschaft ist in den letzten Jahren
zu Genüge die Rede. Kriege, daraus resultierende Migration und Integration in
neue Gesellschaften, die Klimakrise, steigende Kosten sowie zunehmende
Ungleichheiten zwischen den Bevölkerungsgruppen schaffen den Eindruck einer
dauerhaften Bedrohungslage. Gerade in Krisenzeiten erwarten Bürgerinnen und
Bürger nachhaltige Problemlösungen und damit eine authentische Zukunftsvision,
der sie vertrauen können. Dies geht einher mit einem Vertrauen in die Fähigkeit
demokratischer Akteure und Instanzen, gegenwärtige Herausforderungen mit den
vorhandenen Verfahren, Strukturen und Kompetenzen auch adäquat begegnen zu
können. Umfragen zeigen, dass dieses Vertrauen zunehmend schwindet.
All dies beeinflusst auch die Art und Weise zu diskutieren und zu debattieren.
Polarisierende öffentliche Debatten, scharfe Auseinandersetzungen um
Wahrheiten, Deutungshoheiten, richtige und gerechte Wege einer Zukunftspolitik
nehmen zu. Demokratie lebt vom Wettbewerb und der Gegenüberstellung von
Meinungen. Wenn wir den politischen Willen der Bürgerinnen und Bürger – und
damit die Volkssouveränität – ernst meinen, dann ist ein Austausch von
Meinungen unerlässlich. Dies ist umso entscheidender bei Fragen, zu denen es
keine einfachen Antworten gibt und Abwägungen getroffen werden müssen. Damit
ein demokratisches Miteinander gefördert statt behindert wird, bedarf es jedoch
einer konstruktiven Konfliktbearbeitung und Dialogkultur.
In der diesjährigen
Online-Reihe nehmen wir die Art und Weise des Umgangs mit konfliktbehafteten
Themen in den Blick. An fünf Terminen schauen wir auf unterschiedliche Aspekte,
die eine demokratische Streitkultur ermöglichen und Wege der Zukunftsgestaltung
aufzeigen.
Die kommunale Konfliktberatung wird dabei methodisch ebenso betrachtet wie
transformatives Community Organizing, eine
demokratische Debattenkultur durch deliberative Verfahren ebenso wie der Umgang
mit extremistischen Parolen. Die Methoden werden dabei immer mit einem
gesellschaftspolitischen Thema verknüpft, das aufgrund der Schärfe der Debatte
als „Schmerzpunkt“ gesellschaftspolitischer Veränderungsprozesse zu verstehen
ist. Diese Konflikte sehen wir als Hinweisgeber für Themen, zu denen die
Bevölkerung Lösungen und Zukunftsperspektiven
ersehnt.
Die Veranstaltungen
der Reihe finden jeweils an folgenden Terminen online statt:
09.09./16.09./23.09./07.10./14.10.
Weitere
Informationen zu den fünf Online-Veranstaltungen und zur Anmeldung
werden im Frühjahr veröffentlicht.
Woche des Bürgerschaftlichen Engagements vom 11. bis
20. September vom Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches
Engagement (BBE)
Die bundesweite
Aktionswoche vom 11. bis 20. September 2026 stellt das freiwillige Engagement
ins Rampenlicht und gibt Gelegenheit, mit eigenen Veranstaltungen neue
Freiwillige zu finden, Erfolge zu feiern und Wissen weiterzugeben. In diesem
Jahr liegt der Schwerpunkt der Engagement-Woche auf dem Thema »Miteinander
Zukunft gestalten«.
Bundesweit geplante Aktionen können in den Engagement-Kalender der Kampagne eingetragen werden.
Dieser Newsletter wird
herausgegeben von der Kölner Freiwilligen Agentur e.V. | Bereich
"Politische Partizipation"
Redaktion: Leon
Oerder, Dieter Schöffmann (v.i.S.d.P.), Boris
Sieverts, | Ausgabe #2/2026 – 30.06.2026
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Kölner Freiwilligen
Agentur e.V. | Politische Partizipation, Clemensstr. 7, 50676 Köln, 0221
888278-16, beteiligen@koeln-freiwillig.de